Übersichtskarte

Blueriver Orchard-Kerikeri

Samstag, 17.05.2014

Schon bevor ich anfange meine Gedanken, Eindrücke und Gefühle niederzuschreiben weiß ich, dass dieser Eintrag mein schlechtester wird. Ich kann meine Gedanken, Eindrücke und Gefühle nicht beschreiben…

Mein letzter WWOOF Ort in Neuseeland. Ich schreibe diese Zeilen an meinem vorletzten Tag bei Buffy, Justin und Reuben- jenen Personen, die das Ende meines 8 Monatigen Neuseeland Aufenthaltes zu einem happy End umgeschrieben haben.

In drei Tagen geht es nach Fiji und ich werde nur für ein paar Tage nach Auckland zurückkommen. Dem wahren/ungeschminkten Neuseeland muss ich am Montag „Auf Wiedersehen“ sagen. Denn dann verabschiede ich mich von meiner aktuellen Gastfamilie…

Nach ein paar desorientierten Tagen in Rotorua, Auckland und Whangarei komme ich schließlich in dem friedlichen, kleinen Dörfchen Kerikeri an. Schon auf das Ende vorbereitet, werde ich von drei äußerst sympathischen Leuten auf einer Blaubeeren Plantage empfangen. Alles ist anders (besser) und ich bin auf einmal wieder mitten drin. Meine Gedanken daran, dass meine Zeit in Neuseeland so gut wie vorüber ist verpuffen mit der Begrüßung von Buffy, Justin und ihrem 15 jährigem Sohn Reuben. Ihr anderer (19 Jährige) Sohn Jack studiert momentan in Wellington. Alice hat mir diesen Ort empfohlen und nach dem ersten Tag bin ich ihr schon unendlich dankbar.

Diese Familie hat alles, um mir diese 10 Tage in Kerkeri zu einer unvergesslichen Zeit zumachen.Sie sind im Jazz Fieber. Um 9:00 Uhr morgens komme ich an einem Samstag auf dem Blue River Orchard an. Um 9:30 wissen alle in diesem Hause, dass 10 Tage nicht lang genug sind. Ich teile mit, dass ich Saxophon spiele und im Nu legt sich ein Zauber über diesen Ort. Wir kommunizieren miteinander als würden wir uns seit Jahren kennen. Musik steht über Allem. Da wir alle einen (auf fast schon unheimliche Weise) ähnelnden Geschmack in Punkto Musik und Film haben gibt es viel zu erzählen und auszutauschen. Dies ist in ein paar Aspekten mit meiner Zeit in Hastings beim Pizza Guy zu vergleichen und doch ist es so anders.

Die Weltansicht, politische Interessen sind fast identisch mit meinen Vorstellungen. Schon an meinem ersten Tag, als ich mit Justin zur Bay of Islands fahre um mit einer Conservation Group 2500 Bäume einzupflanzen merken wir beide, während wir jeweils ca. 250 Löcher schaufeln und uns über alles mögliche unterhalten, dass alles stimmt und dass alles gut ist. Am Abend dieses Tages wird mir auch klar, dass Reuben unglaublich viel über Musik weiß und einen fantastischen Musikgeschmack hat. Außerdem ist er wohl der begabteste Pianist, den ich live gehört habe.

Die Atmosphäre macht die Arbeit hier zur Angenehmsten der letzten Monate und die Tage vergehen deutlich zu schnell. Das Wetter, der Ort, die Leute, die Luft….alles ist optimal. Alles schreit mir ins Gesicht: „Gehe nicht“.

Montag werde ich gehen.

Jeden Tag habe ich fast komplett draußen in der Natur verbracht. Jeden Tag bin ich am Nachmittag unterwegs gewesen und habe die schönsten Orte gesehen. Ein episches Ende voller beeindruckender Ereignisse. Baumriesen, Fischerdörfer, Cafés am Hafen, Stille, Sommer, Musik. Frieden.

Ich möchte nicht aufhören zu schreiben. Ich möchte nicht, dass die Musik um mich herum stoppt. Blueberryfields forever…

Meine Gefühle sind nicht zu beschreiben. Alles verschwimmt und obwohl ich nicht an den Abschied von Buffy, Justin und Reuben; Kerikeri; Neuseeland und...

Alice denken möchte, drängt sich dieser Gedanke mit jedem Blick auf den Kalender in den Vordergrund.

Ein Teil in mir fängt an sich aufzulösen. Meine Worte werden schwächer mit jeder Wiederholung und ich zwinge mich aufzuhören.

John Fogerty singt ‘Long As I Can See The Light’…

Danke für die Show…Ich werde noch lange nachdem der Vorhang vollständig gefallen ist beeindruckt sein.

Northland- Abschied Teil 1

Donnerstag, 15.05.2014

Meine Reise nähert sich dem Ende und der Traum fängt an nach Realität zu schmecken.

Mein Zwischenstopp in Auckland war ein freier Fall ins Nichts. Sinnesleere. Trash. Nicht wert zu beschreiben.

Der vorletzte WWOOFing Ort ist in Whangarei, Northland. Er ist friedlich, jedoch auch „falsch“. Die Leute (Chrissy und Mark) sind nett und geben sich Mühe diese Zeit angenehm erscheinen zu lassen. Doch Mark und Chrissy haben eine andere Vorstellung von „Working on organic farms“ als ich.

Wem auch immer sei Dank, dass auf der Plantage noch zwei andere WWOOFer aus meinem absoluten Lieblingsland sind. Josh und Andrea kommen aus Oklahoma, was verdammt nahe an meinem Lieblings Staat in den USA liegt: Texas. Zum Glück (und dafür danke ich dem WWOOFer Gott) sind die zwei Reisenden nicht hardcore brainwashed/konservativ. Sie sind zwar auch irgendwo typisch amerikanisch, haben aber angenehmere Ansichten als ein Großteil dieses Landes.

So kommen wir sehr gut miteinander klar und haben interessante Konversationen über alles Mögliche. Meistens geht es um die Palmer Familie, die unsere WWOOF Hosts sind. Ihr Sohn Jason, für dessen Business wir eigentlich am meisten arbeiten ist wohl einer der merkwürdigsten Charaktere und scheint uns wie ein Gespenst durchs Haus zu huschen. Die Atmosphäre ist bizarr und es ist definitiv nicht einer der besten Plätze um zu WWOOFen (auch wen Chrissy das definitiv anders sieht). Da aber wie gesagt alle nett und freundlich sind, bekomme ich auf Nachfrage den Mittwoch frei um meinen Hawaiianischen Freund in Kerikeri zu besuchen.

Mein Tag mit William (sein letzter Tag bevor er zurück nach San Francisco fliegt) ist magisch, spirituell und ein Highlight meiner Reise. Der Ort Kerikeri gefällt mir schon vom ersten Moment an und ich freue mich auf meine Zeit hier mit meinen letzten Hosts auf dem Blue River Orchard. William hat hier für 9 Monate gewohnt und kennt fast jeden Einwohner. Wir besuchen verschiedene Leute (Hervorzuheben der Musikladen „Music lounge“, bei dem ich das „Working Class Hero“-Doppelalbum gekauft habe und somit mein absolutes Lieblings Album gefunden habe) und wandern durch die Natur herum um Kerikeri. So sehen wir die wunderbaren Rainbow Falls und lassen uns von zwei riesigen Kauri Bäumen beeindrucken. William verabschiedet sich im Kauri Forest von der Natur Neuseelands…

Am Abend und nach einem friedvollen, guttuenden Tag haben wir noch ein sehr, sehr spirituelles Abendessen bei Bubba G und seinen Freunden. Alle kennen sie William und alle nehmen sie mich sehr begeistert in die kleine Runde auf. Es wird gesungen und meditiert. Das Essen ist eines der gesündesten Essen, die es wohl auf diesem Planeten gibt…

Der Abschied von William und seinen Freunden erweckt wieder den Wunsch weiter zu reisen. Und es wird für immer mein Ziel sein, diese Leute, die mir hier so wichtig geworden sind wiederzusehen. Ich werde es träumen und irgendwann werde ich die Augen aufmachen und den Traum leben. Meine Zeit in Whangarei geht ziemlich schnell vorbei und es fällt nicht sonderlich schwer weiter zu reisen.

Mein letzter Halt, mein letzter WWOOFing Ort dieser Reise liegt im Nord-Osten von Whangarei. Kerikeri empfängt mich mit einem warmen Herz.

I hope you’re not lonely without me…

Freitag, 02.05.2014

 Taupo: Spirituell. Frieden. Natur. Liebe. Meditation. Musik. Stille. Vertrauen.

Gisborne: Society.

 

In Gisborne scheint die Sonne für 10 Tage. Ich komme auf Collin Alders Farm am Ostersonntag an und erschrecke. Der Aufprall ist härter als erwartet. Zwei Kiwi Frauen, zwei Deutsche Frauen und ein Franzose: das sind die anwesenden WWOOFer. Sie mögen es nicht wirklich mit Worten zu kommunizieren. Und zu Beginn frage ich mich sehr häufig, warum dieser Ort von WWOOFern so hoch gelobt wird. Es herrscht eine komplett andere Atmosphäre als im Tauhara Center. Kein Spirit.

Collins Plantage ist riesig und er ist auf viele WWOOFer angewiesen. So kommen von Tag zu Tag neue WWOOFer und eine der neuen WWOOFerinnen ist die japanische Haruka, die kein englisch spricht. Auch wenn man sich nicht wirklich mit ihr unterhalten kann, bin ich froh, dass sie es nach Gisborne geschafft hat. Die Kiwi Frauen verlassen nach zwei Tagen die Farm und mit ihnen geht eine ziemlich großer Störfaktor (klingt unschön, ist aber so), da sie immer absolut mies gelaunt waren.

Die Atmosphäre wird ein wenig besser und es wird tatsächlich geredet, sogar diskutiert. Ich beginne damit Japanische Wörter mit englischer Übersetzung auf Post-its zu schreiben und an Gegenstände im Haus zu kleben. Der Google Translater versagt oft und sorgt für Irritationen bei Haruka. Ich merke jedoch, dass es die Japanerin (vor der ich großen Respekt habe und welche ich für sehr mutig halte) deutlich aufmuntert und sie froh über jegliche Hilfe ist, so lächerlich sie auch sein mag. Mit der Zeit bekommen sogar die Anderen ein wenig Japan Fieber und wir haben japanisches Frühstück und Abendessen. Wir gucken sogar japanische Filme…supèrbe.

Unsere Hauptaufgabe ist das Pflücken von Kaki- und Kiwifrüchten. An einem Wochenende pflücken wir Organic Kiwis (inklusive Überstunden) und fülen 39 riesige Paletten. Ich schätze eine Palette fasst 250 Kilo…aber vermutlich liege ich wiedermal daneben. Eine sehr gute Sache an diesem Ort ist es, dass Collins Früchte alle „Organic“ sind und man während des Kakis Pflücken ohne Bedenken, dass man krank von irgendwelchen giftigen Pestiziden wird, die eine oder Andere Frucht vom Baum essen kann.

Mit der Zeit (leider ein wenig spät) fällt die Mauer zwischen uns und wir handeln, als wären wir eine große Familie. So wie ich es von den meisten WWOOFing Plätzen kenne… So diskutieren wir über unsere Regierungen, über eine Zukunft außerhalb der Gesellschaft und als größtes Thema: 9/11. Seit ich auf der Plantage bin hat Collin dieses Thema für sich entdeckt und jeden Tag bekommen wir neue Informationen darüber, wie die Bush-Regierung und die CIA an diesem Ereignis beteiligt waren. Und so schwer es mir auch fällt dies zuzugeben: Die Fakten sind erschreckend….

Ansonsten darf ich auf der Farm das Erste Mal ein großes 4-Wheel Bike fahren, da Collin mich zum Vogel-Erschrecker befördert hat. So fahre ich um die Kaki-Felder herum und jaule wie ein Wolf, so laut wie ich kann. Außerdem fahren wir an einem Tag zu den „Rock-Slides“, einer Art flacher Wasserfall, den man per Gummireifen herunter rutschen kann.

Ich hatte 10 sonnige Tage und 9 frierende Nächte in meinem kleinen Karavan. Am Ende bin ich froh auf Collins Plantage gearbeitet zu haben, da ich tatsächlich viel gelernt habe und neue Erfahrungen gemacht habe. Außerdem kenne ich nun ein paar neue japanische Wörter. Alice is next. Viel Spaß!

Am 01. Mai fahre ich für eine Nacht nach Rotorua, eine Stadt die mir leider nicht sonderlich gut gefällt (und das liegt nicht an dem Gestank, wofür Rotorua bekannt ist). Je näher ich Richtung Auckland komme, umso mehr steigt meine Angst davor den Flieger nach Frankfurt zu nehmen. Rotorua stellt den Tiefpunkt meiner Hostelbesuche dar (okay, auf dem gleichen Level mit Wellington). Die Rezeptionistin spricht wie alle Anderen nur deutsch mit mir. Selbst als eine Britin anwesend ist, wird nur auf Deutsch geredet. Die Gesprächsthemen sind dieselben, die mir in den letzten 7 Monaten um die Ohren fliegen: Das Vermissen von guten deutschen Produkten…Ich halte es mit dieser Sorte von Mensch nicht lange aus und begebe mich am Abend zum See. Im Dunkeln höre ich noch einen einsamen Sänger im Hintergrund seine Lieder singen. Keiner hört ihm wirklich zu. Als er aufhört zu singen, lausche ich Eddie Vedders "Society". Der Song, der meine Gedanken der letzten Wochen am besten beschreibt. Meine Freude auf Northland ist unbeschreiblich Groß und ich hoffe auf ruhige 2 Wochen…

 

-Da mein Speicherplatz auf dieser Seite voll ist, können die neuesten Fotos nur auf Onedrive angesehen werden: https://onedrive.live.com/redir?resid=6FD4F2D65CA5694D%212458

Taupo- Tauhara Center

Montag, 21.04.2014

Es hat einige Tage gedauert bis ich auch mental im Tauhara Center in Taupo angekommen bin. Meine Gedanken pendeln zwar immer noch hin und her zwischen Hastings und der kleinen Kommune in Acacia Bay bei Taupo, doch ich konnte mich befreien aus dem Sog, der mich zu schlucken versuchte nachdem ich die Schmiths und Alice verlassen habe. Der optimistische Gedanke, irgendwann all die Personen wiederzusehen, die ich in mein Herz geschlossen habe, bringt mich mit einem ehrlichen Lächeln durch den Tag.      


Das Tauhara Center in Taupo besteht aus extrem netten Menschen, die wie in einer Kommune miteinander leben und deren Motto der Frieden untereinander ist. Meine erste Woche verbringe ich mit ca. 14 anderen WWOOFern; meine zweite Woche mit nur noch halb so vielen. Sympathische Kanadier, ein Roadie aus Wellington, ein super Hawaiianer, Franzosen, eine sehr nette Spanierin, eine Britin und zwei andere Deutsche sind unter ihnen.

Mein erster Abend hier war ein wenig merkwürdig, doch schon unbeschreiblich und einzigartig: Eine Frau ist zu Besuch im Center, sie nennt sich eine Künstlerin. Ihr Beitrag am Abend ist ein Monolog. Ein Monolog, gehalten von einem anderen Charakter. Denn sie kann ein Medium aus der nächsten Welt (Eden) rufen. Dieses Medium erzählt uns in einer bizarren Stimmlage und mit merkwürdiger Artikulation wie die Leute in Eden gekleidet sind. Sie erzählt uns über tote Legenden, Regeln und Landschaften des nächsten Planeten. Die Leute des Centers finden ihren Beitrag weniger gut. Ich mag ihren Beitrag auch wenn er komisch wirkt, da er nicht das typische, organisierte Religionsgerede ist, welches darauf herabzielt einer Gruppe beizutreten und durch Geld zu unterstützen.

Die Leute, die hier im Center leben und arbeiten sind spirituell und intellektuell. Jeden Tag lerne ich neue Ansichten, neue philosophische Gedanken, neue Lebenswege kennen.
Meine Arbeit im Tauhara Center findet draußen statt. William (der Hawaiianer) und ich haben die Ehre am meisten draußen zu verbringen. Wir sind die Holzhacker. Ich bin froh darüber, dass ich fast all meine Tage hier mit William verbringen konnte. Er ist lustig, naturfreundlich und hat Gedanken, welche meinen sehr ähnlich sind (er erinnert stark an Felix). Sein Ziel ist eine kulturelle Revolution. Wir hacken zu dem Sound des besten Radiosenders aller Zeiten: „The Sound“. Der „Soundtrack of your life“ spielt uns ohne nennenswerte Unterbrechungen nur Lieder aus den 60ern bis zu den 80ern. Da wir Beide diese Musik vergöttern und wir zu den meisten Songs laut mitsingen können, gehen unsere Arbeitstage rapide um.

Am wohl zweitschlechtesten Tag (bezüglich des Wetters) besteigen William, die deutsche Annika und ich den Mount Tongariro. Jeder Neuseeländer und jeder Tourist, der das Tongariro Crossing gemacht hat wird einem sagen, dass man bei schlechtem Wetter gar nicht erst zu dem Nationalpark zu fahren braucht. Uns (das sind in dem Falle nur William und ich) ist die Sicht jedoch gar nicht so wichtig. Es geht uns ums Abenteuer, um das Spiel mit der Natur. Es regnet und es ist kalt durch den Wind. Auf der Spitze des Berges frieren wir ein wenig, da wir komplett durchnässt sind und der Wind uns inklusive Regen um die Ohren peitscht. Am Nachmittag kommen wir wieder am Auto an und lassen uns von der warmen Luft aus der Klimaanlage aufwärmen. Ich bin dankbar, dass William fährt. Er zeigt mir, dass mein Auto einen Tempomat hat. Auch dafür bin ich dankbar.

Die folgenden Tage verbringen wir nach unserer Holzarbeit oft mit einem Trip zu den Hot Springs. Es ist unser Lieblings Ort geworden, welcher, obwohl so viele Leute ihn besuchen, immer einen kleinen Platz bietet, an dem man den Nachmittag in heißem Wasser verbringen kann. Mein letzter Trip zu den Hot Springs mit der zauberhaften Spanierin Lucia und der deutschen Eva (welche ich nur für einen Tag kennen gelernt habe) lässt sich wohl am besten mit dem Wort „episch“ beschreiben. Während es in Strömen regnet sitzen wir in unserem favorisierten Loch und genießen die Wärme des Wassers, welches unsere Körper heizt. Das Gesicht lächelt im kalten Regen. Auf dem Rückweg überrascht uns noch ein atemberaubender Regenbogen (genau genommen sind es zwei Regenbögen).

Außerdem wandern wir an einigen Tagen herum und lassen uns von der Natur um Taupo herum beeindrucken. William und Lucia sind zwei Personen, denen die Natur sehr am Herzen liegt (so wie es sein sollte, aber wie es leider nur bei wenigen Menschen der Fall ist). Und so tut jeder Moment, jedes Gespräch und jede Meditation mit den Beiden unheimlich gut.

Die letzten Tage finden William und ich (neben vielen anderen Dingen) noch das gemeinsame Musizieren für uns. Wir spielen für drei Tage (und sehr lange Nächte) die Akkorde von „Working Class Hero“ und singen dazu. Das Tauhara Center gewinnt durch uns definitiv ein wenig an Melodie und Klang, was vielen der Anwohner sichtbar gefällt.

Mein letzter Tag in Tauhara endet mit einer Nacht in einem Club, welcher ein Mix aus Live Rockkonzert und Disco ist. Draußen auf der Terasse findet das Konzert einer sehr guten Rockband statt mit gutem Publikum und guten Tänzerinnen. Drinnen feiern die Leute zu dem üblichen Trash des 21. Jahrhunderts. Von 01:00 Uhr bis tief in die Nacht spielen William und ich noch Gitarre.

Das Kapitel „Taupo - Tauhara Center“ endet natürlich mit einem gemeinsamen „Morning Circle“ am Ostersonntag. Ich werde in der Meditationsrunde verabschiedet. William überreicht mir als Geschenk noch ein stück Holz, welches wir wohl in den letzten Tagen zerhackt haben.
Mein Abschied von Lucia ist wieder einmal intensiv. Wie die Spanierin sagte: „Das erstaunliche am Reisen in fremden Ländern ist es, in welch kurzer Zeit man Leute in sein Herz schließt und als Freunde bezeichnen kann“. Wir haben nur 2 Wochen miteinander verbracht, doch bei unserer letzten Umarmung spüren wir, dass diese zwei Wochen ausgereicht haben, um den Abschied voneinander nicht einfach werden zu lassen. William werde ich in drei Wochen vermutlich in Kerikeri wieder sehen (um dort auf der Straße unser hoch geliebtes Lied zu performen). Die Begegnung mit Lucia war wohl die Einzige und Letzte. Ich spüre es, sie spürt es. Wir halten fest und lassen los. Ein Kuss auf die Wange - Adios.

Zwei Wochen in Gisborne warten auf mich.

„Blessings on these hands; blessings on this day. Health to all. Ooooh Peace. Amen.” – Morning Circle -Tauhara Center.

Pizza Guy Teil 2

Montag, 07.04.2014

Meine Tage/Wochen in Hastings haben nun ein Ende gefunden und es heißt weiterzureisen. Die Zeit ist nicht auf Papier festzuhalten und ich muss tief in meinem Wortschatz graben, um die richtigen Worte zu finden, welche die letzten Tage bei den Schmiths gut genug beschreiben können.

Ich war mir bis vor einigen Wochen sicher, dass mir die Südinsel am besten gefällt, da ich dort so viele schöne WWOOFing Erfahrungen gemacht habe. Diese Meinung hat sich mit der Zeit in Hastings in Luft aufgelöst. Mit absoluter Überzeugung kann ich sagen, dass die letzten drei Wochen mit geringem Abstand vor der Zeit in Cheviot, die besten Wochen in Neuseeland waren. Und weil ich in 21 Tagen gewisse Leute sehr tief in mein Herz geschlossen habe, schmerzt der Abschied stärker denn je als die Zeit gekommen ist weiter zu reisen…

Meine Zeit mit Alice, Clara und den Schmiths: Der letzte Blogeintrag endet mit dem Cape Kidnapper Tag, welcher schon besonders nett war, doch was danach kommt ist ein perfekter Mix aus Familienleben und Abenteuer. Und Beides lässt die Zeit zu schnell vergehen, was ganz einfach an den Leuten liegt mit denen ich die Zeit verbringen darf.

An oberster Spitze steht die halb Amerikanerin- halb Japanerin: Alice. Sie hat dieser Zeit einen süßen Geschmack verpasst, der schwierig zu beschreiben ist und der mir definitiv fehlen wird.

Aber ich beginne erst mit unserer Zeit mit Clara (der etwas typischen Amerikanerin aus Pensylvania), welche letzten Mittwoch schon weitergereist ist. Wir haben nicht nur viele Stunden zusammen im Anhänger des „Pizza Guys“ verbracht sondern auch in unserer Freizeit. Als Hauptaktion lässt sich unser Trip zu den Hot Pools in der absoluten Wildnis nennen. Eine anstrengende Wanderung, die zu einem abgelegenen DOC Hut führt, indem wir für eine Nacht übernachtet haben, hat uns stärker verbunden und uns mehr über des Anderen Charakter erzählt. Drei Stunden wandern wir durch Gebirge, einen Fluss entlang mit schwerem Gepäck auf dem Rücken. Schweißgebadet richten wir es uns als einzige Anwesenden in dem Hut ein und gehen anschließend zu den ca. 50 Grad HEIßEN Hot Pools, welche so heiß sind, dass wir daraufhin in den gefühlten 5 Grad kalten Fluss springen. Ein selbst gemachtes Abendessen und eine kleine Filmnacht lassen den Abend ausklingen. Alice beginnt mir japanische Wörter beizubringen, ich nenne ihr die deutschen Bedeutungen…

Unsere Nacht ist wunderschön und mit dem stärksten Sternenbild beschmückt, welches ich hier in Neuseeland zu Gesicht bekommen habe. Billiarden weiße Punkte, untermalt von einer weißen, verschwommenen Linie lassen diese Nacht magisch wirken.

Die nächsten Tage hilft Stefan (der Host) uns dabei unsere Horizonte und Erfahrungen zu erweitern, indem er mit uns Brot backt, Honig erntet und uns zu vielen netten Veranstaltungen mitnimmt, um ihm beim Pizzabacken zu helfen. So bekommen wir viele Konzerte von einigen fantastischen Musikern zu Gehör, sehen Pferde um die Wette laufen und genießen an den Sonntagen die angenehme Atmosphäre des „Farmers Market“.

Ein weiteres Thema sind die Haare: Eine Woche lang hat sich Alice vorgenommen meine Haare zu schneiden. Nach 1 ½ Wochen ist es soweit und wir frisieren uns gegenseitig. Ich schneide die Enden ihrer Haarpracht ab, sie verpasst mir eine völlig neue Frisur, was ca. 3 Stunden dauert. Am Mittwoch verabschieden wir Clara.

 

Die letzten Tage sind ruhig und schön. Während an zwei Abenden Sunny, Stefan und Alice auf privaten Events Pizzas backen, passe ich auf die Kinder auf und bringe sie zu Bett. Es sind drei absolut fantastische Kinder, denen ich die letzten Abende mit großer Freude Geschichten vorlese bis sie gemeinsam einschlafen. Es ist beruhigend, dass es noch Kinder gibt, deren größtes Geschenk des Tages es ist, ihnen eine Geschichte vorzulesen.

 

Zum Charakter Alice.

Ihre Anwesenheit hat die Zeit in Hawkes Bay unvergesslich gemacht. Da wir auf dem gleichen Nenner sind, Freude an den selben Dingen finden und einfach nichts da ist, was stören könnte ist Alice von einer Fremden relativ schnell zu einer guten Freundin geworden. Ihre Umarmung schmerzt. Die Konversationen über Musik; Film; Kunst generell; den Menschen; Haare; Japaner und Deutsche; Sprachen; die Welt und ihre Macken; eigentlich Alles fehlen nun. Genauso wie der Tee mit Honig, der Wein, das Bier und ein Chai Latte in Hastings. Und diese Abwesenheit der Dinge, die mir 21 Tage lang ein wahrer Genuss waren, wird eine große, spürbare Leere in mir auswirken.

Diese Leere heißt es nun wieder zu füllen. Das ist das schwerste am WWOOFing.Auch wenn der aktuelle Ort in Taupo, an dem ich heute angekommen bin absolut großartig ist, bedaure ich die Schmiths und Alice gestern verlassen zu haben. Keine 7 jährige Angela, die den ganzen Tag „Hey Jude“ singt. Keine Jungs, die mich anbetteln ihnen Asterix vorzulesen. Kein Stefan, der uns einen ganzen Tag über unterhalten kann. Keine Sunny, die mit ihrer Freudigen Ausstrahlung und mit ihren koreanischen Kochkünsten positive Energie im Haus verbreitet. Kein Hund. Keine Pizza. Keine Alice.

Dennoch sind die Sterne in Taupo bezaubernd und die Leute herzlich. Hastings hat mich überzeugt.

Ein Leben in Neuseeland ist das Ziel.

The Pizza Guy

Donnerstag, 27.03.2014

Dies wird vermutlich mein erster von zwei Beiträgen über meine Zeit in Hawkes Bay bei der Schmith Familie sein. Denn ich habe nun eine Woche hinter mir, die anstrengender nicht hätte sein können und die nächsten Tage werden das Erholungsparadies für Körper und Seele sein.

Am letzten Montag (17.03.) habe ich Motueka verlassen, was definitiv geschmerzt hat. In einer Kommune wie bei den Hare Krishna Leuten gelebt zu haben, hat mir gezeigt wie verkorkst diese Welt doch ist (Teile meines Lebens eingeschlossen). Es hat mir gezeigt, wie sehr ich an die Gesellschaft gebunden bin, die mir größten Teils überhaupt nicht gefällt. Ein Leben ohne Stress, ohne Sucht nach Mehr, Fleisch und Fernsehen hat mir in vielerlei Hinsicht gut getan. Die Leute haben mir einen Blick in die gute Welt erlaubt. Ein Leben ohne moralische Verwerfung und ein Leben in dem sozial noch sozial heißt.
Ab dem Moment, zudem mir der Polizist ein 80 Dollar Speeding ticket verhängt, weil ich nach einer langen Baustelle, aus Angst die Fähre zu verpassen die Geschwindigkeitsbegrenzung um 12 Km/h überschritten habe, geht mir die Welt der Uniform schon auf den Geist. Keiner handelt mehr nach eigenen Gedanken. Jeder tut das, was einem von Oben befohlen wird. Das vorgekaute Essen scheint immer noch gut genug zu sein. Der Polizist ist ätzend und ungünstig- die Fähre bekomme ich noch.

 

Um ca. 23:00 Uhr komme ich nach einer anstrengenden und langen Fahrt in Hastings an. Die nach Neuseeland ausgewanderte Koreanerin „Sunny“ empfängt mich noch herzlich in der Nacht und heißt mich willkommen. Am nächsten Tag werde ich allen weiteren Hausbewohnern bekannt gemacht: Alice (24, Kalifornien), Clara (18, Pennsylvania), Stefan (ca. 50, Deutschland-Neuseeland), dem Mann von Sunny und dessen drei wirklich zauberhafte Kinder.
Ich fühle mich sofort aufgenommen in dieser netten Gemeinschaft. Wir besuchen eine Woche lang das „Horse of the Year“ Event in Hawkes Bay um dort als „The Pizza Guy“ Steinofenpizzen an die High Society zu verkaufen. Ich arbeite im heißen Bereich des kleinen Wagons und bereite die Pizzen zu, welche an der Front bestellt werden. Da am Freitag und Samstag ca. 6000 Leute auf der Anlage sind um zu sehen, welches Pferd am schnellsten über die Hindernisse hüpft, stehen die Leute vor dem schwarzen Anhänger des Pizza Guys Schlange und wir sind im Dauerstress. Auf Bestellung werden Pizzen im Sekundentakt zubereitet und am Sonntag geht nach 6 Tagen ein tiefer Atemzug durch die Runde, welche aus 5 Leuten besteht. Das Pferd des Jahres wird geehrt und wir packen unsere Sachen zusammen. Eine Millionen Dollar gehen an Belgien.

(Stefan, Alice, Ich, Clara, Sunny)

 

Die nächsten Tage werden erholsam. Wir verbringen Zeit mit der Familie oder ich fahre mit den Amerikanerinnen ein wenig herum.

So sind wir montags in einem wundervollen Café und den Rest des Tages im Ocean Spa in Napier. 3 Stunden lang werden die Muskeln in gefühlten 40 Grad heißen Pools entspannt. Dienstags fahre ich mit Alice und Clara auf 5 große Weinplantagen, wo wir uns alle Weinsorten präsentieren und schmecken lassen. Mittwochs geht es nach Napier, wo wir ein wenig die schöne Künstlerstadt besichtigen und im versunkenen Garten picknicken. Nachmittags zeigt uns der ex-Bäckermeister, wie man wundervolles Brot backt. Und heute geht es erst an einen riesigen, einsamen Sandstrand, der absolut unreal wirkt und mich in seiner Stille überwältigt. Nachdem wir anschließen unser Mittagessen neben einem großen Wasserfall hatten, fahren wir am Nachmittag zum Night market um wieder in unsere Pizza Guy Rolle zu schlüpfen. Wir bekommen ein grandioses Konzert von einer jungen Band geboten, die eine sehr gute Led Zeppelin Interpretation darstellen. Das Pizzabacken wird eher zur Nebenrolle.

Ansonsten habe ich viele interessante Konversationen mit den Amis. Neben den täglichen USA Diskussionen mit Clara (ein wenig naiv), finde ich mit Alice ein super Gesprächsthema: Musik und Film. Sie hat einen ausgezeichneten Geschmack und die meiste Zeit reden wir über Beatles Musik oder Japanische Lieder.

Die nächsten Tage werden wir noch am Cape Kidnapper und am Sunset Hutt verbringen. Dann heißt es wohl auch irgendwann wieder mal, einen wundervollen Ort zu verlassen und weiter zuziehen.

 

 

Hare Krishna

Mittwoch, 12.03.2014

 

Zwei Tage auf der Hare Krishna Farm reichen schon aus um einen neuen Beitrag zu schreiben. So viel Neues; so viel Schönes und der Drang aufzuschreiben, was auf Papier eigentlich nicht festzuhalten ist.

Montag bin ich in Motueka auf der Hare Krishna Farm angekommen (nachdem ich die Belgierinnen in der Stadt verabschiedet habe). Und schon beim Abbiegen auf die Farm kommt ein positives Gefühl in mir auf; Es stehen ein alter Bus, ca. 5 kleine Hütten, genauso viele kleine Wohnwagen und zwei größere Häuser verteilt auf dem Gelände herum. Ich halte vor einem der größeren Häuser und werde von der sympathischen Roti begrüßt, welche in ihrem Kleid schon etwas sehr besonderes ausstrahlt. Sie führt mich zu Emma, einer weiteren Hare Krishna-Frau (keine Ahnung wie man das nennt). Emma ist eine ebenfalls speziell gekleidete Frau, die des Öfteren weiße Striche auf der Stirn trägt und dafür sorgt, dass alle immer Happy sind.

Sie zeigt mir den Bus, der einem als erstes ins Auge fällt. Dieser Bus ist meine Unterkunft für sieben Tage. Und wenn ich ab dem Zeitpunkt nicht schon völlig zufrieden war und zuversichtlich, dass dieser Ort besonders schön ist, dann war ich es spätestens nach dem Mittagessen. Auf der Farm gelten bestimmte Regeln und eine davon ist es sich streng vegetarisch zu ernähren. Diese Regel führt dazu, dass ich hier das wohl leckerste Essen auf meiner gesamten Neuseelandreise zubereitet bekomme.

Die Arbeit auf der Farm besteht aus Gemüse-ernten, da das 20 Hektar große Land fast nur von Gemüse zugedeckt ist und sehr viel Arbeit benötigt. Die Farm ist rein ökologisch und auch die paar Kühe, die hier rumlungern sollten ziemlich zufrieden sein, da sie ja heilig sind und besonders gut gepflegt werden. In den ersten Tagen ernte ich also mit der Neuseeländerin Catherine (die zwar nett ist, aber aufgrund ihres Formats sehr unproduktiv) und einem kanadischen Paar Tomaten, Mähren, Mais, Bohnen, Kürbisse, Zucchini, Salat und rote Beete. Die Ernte geht dann zum Teil ins Hare Krishna Café in der Stadt oder wird auf dem Markt verkauft. Denn auch wenn es sich hier um eine ziemlich perfekte Umsetzung einer Kommune handelt, so muss doch Geld verdient werden, um das Land und die Geräte abzuzahlen. Außerdem wird den Milchkühen, nachdem sie keine Milch mehr geben ein großes Stück Land überlassen, wo sie dann ihr restliches Leben verbringen dürfen.
Also abgesehen von diesen Faktoren kann man hier fast von einer unabhängigen Kommune reden:

Ein 20 Hektar großes Grundstück auf dem sich mit der Zeit immer mehr überzeugte Helfer in ihren kleinen Wohnwagen angesiedelt haben. Jeder spezialisiert sich auf eine bestimmte, nützliche Arbeit und steuert damit einen wichtigen Teil der Gemeinschaft bei. Am Ende zählt, dass alle Leute auf der Farm den Tag glücklich und gesättigt beenden. Und das klappt meinen Eindrücken nach ziemlich gut.

 

Nun jedoch zu dem Thema, welches mich wohl am meisten beeindruckt: die Religion.

Wie schon bekannt sind die Leute hier in dem Glauben, dass sie ein Teil des Gottes Hare Krishna sind. Sie sind fanatisch, was sich durch ihr Auftreten relativ schnell erkennen lässt. Es werden Irokesenfrisuren getragen, die an Indianer erinnern und oft trifft man auf Frauen und Männer mit seidenen Umhängen, meist aus den Farben blau und weiß. Das erste größere Haus, auf welches man trifft nennen sie Tempel. Betritt man die ersten Fußbodenleisten, wird man von einem Duft, der nach Räuchermännchen erinnert überwältigt. Aus zwei Lautsprechern dröhnt den ganzen Tag über das Hare Krishna in Liedform. In der Ecke des Tempelraumes steht eine große Figur des Gründers A.C. Bhaktivedanta Swami Prâbhupãda, welcher im Schneidersitz einen Sessel belegt. Vor einer Mahlzeit oder der morgendlichen Zeremonie wird sich 5 Sekunden lang vor ihn geworfen. Ansonsten stehen dort Instrumente und ein Altar, welcher jedoch durch einen Vorhang verdeckt wird. Ist der Vorhang zu, darf man auf den herumliegenden Matten essen. Ist der Vorhang geöffnet, so findet mit großer Wahrscheinlichkeit eine der morgendlichen Zeremonien statt.  

Der eigentliche „Gottesdienst“ beginnt mit dem Sonnenaufgang, was im Sommer um 5:00 Uhr morgens ist. Hier kräht also am Morgen nicht der Hahn, sondern der Mann mit der Trommel, welcher die indischen Texte „singt“ und von den Anderen mit Rassel, Schellen und Händen unterstützt wird. Am ersten Morgen trete ich der „Lesson“ um sieben Uhr morgens bei. Barfuß begehe ich die kleine Tempelhalle, in der zu diesem Zeitpunkt nur Emma mit einer Perlenkette in den Händen sitzt. Wie in Trance betet sie das Hare Krishna ca. 100 Mal herunter und arbeitet ihre Perlen ab. Dann beginnt der Spaß:

Der Mann mit der Trommel und dem pechschwarzen Irokesen stellt sich vor die Gründerfigur und trommelt einen Rhythmus. Kinder und Erwachsene stimmen mit ein und der Boden fängt an zu beben. In unglaublicher Lautstärke werden Songs gesungen, die mir kompliziert erscheinen. Im Raum verteilt stehen kleine Elefantenstatuen, die wie Blumentöpfe fungieren und Krishnas Lieblings Baum (ein wirklich schöner Baum) in sich tragen. Ein sehr auffälliger Mann in weißem Gewand betritt den Raum und legt sich ausgestreckt auf den Boden. Man tut es ihm nach und redet ein Gebet auf Indisch. Ein neuer Song wird kräftig angestimmt und alle drehen sich um. Nun stehen wir mir dem Gesicht zum Altar. Der Altar ist mit 5 Fotos von wohl verstorbenen Persönlichkeiten bedeckt, denen gedenkt wird. Außerdem steht dort wieder eine kleine Figur des Gründers, welcher eine Blume ausstreckt und eine goldene Statue, die an russischen Kitsch erinnert.

Der Mann im weißen Gewand fächert dem Altar zu und der Rest singt. Dabei wird sich von einem Fuß auf den Anderen bewegt. Irgendwann steht der Häuptling plötzlich am Rand mit einer Flüssigkeit und einem Löffel in der Hand. Der Reihe nach gehen wir bei ihm vorbei und bekommen das heilige Getränk auf die Hand getröpfelt. Die Hand wird zum Mund geführt und nach einem Schluck wird der Zopf, bzw. die Stirn gewässert. Nun wird das Hare Krishna gesungen und der auffällige Mann geht mit einem Kerzenkranz herum. Jeder darf kurz seine Hand über die Flammen halten uns sich dann an die Stirn fassen. Oh almighty god.

Es wird ein letztes Mal gebetet, dann beginnt das kurze Meeting. Der Trommler holt nun eine Art Akkordeon-Piano hervor (kenne den Namen leider noch nicht) und es wird gechantet. Ein Buch kommt zum Vorschein und es werden ca. 2 Sätze vorgesungen. Damit ist die Zeremonie beendet und es kann gefrühstückt werden: Eine Art Griesbrei, der für mich wie warmer Milchreis schmeckt; dazu ein Pfirsich. Und am Ende muss ich wirklich feststellen, dass der Tag für mich gut begonnen hat.


Leider ist diese Religion aber (auch wenn sie von den Hippies in den 60ern sehr gemocht wurde) in manchen Punkten identisch mit den Hauptreligionen und somit widersprüchlich und intolerant.

So werden sexuelle Interaktionen nur dann „geduldet“ wenn man sich in einer Ehe befindet und sie einzig und allein zum Kinderzeugen durchgeführt werden. Das bedeutet also, dass hier kein großer Unterschied zu den Ansichten christlicher Prediger besteht und eine große Intoleranz geschaffen wird. Außerdem wird alles verboten, was die Sinne betrübt. Sogar Schokolade, Tee und Kaffee sind hier nicht willkommen.

Ich respektiere und beneide wirklich, wie die Menschen hier auf der Farm zu leben pflegen und bin beeindruckt was sie für eine friedliche Atmosphäre um sich herum geschaffen haben. Gewisse Ansichten kann ich leider auch hier nicht teilen und bin ein wenig enttäuscht, dass in vielen wichtigen Punkten wohl alle Religionen einen beängstigenden, gemeinsamen Nenner finden.

Somit bleiben die Haare erstmal auf dem Kopf…

 

Ich werde nun 5 weitere Tage auf dieser Farm bleiben und die Musik, das Essen, die Leute und die Luft genießen bis es dann am Dienstag wieder auf die Nordinsel geht…

Von Hokitika, Belgierinnen und der goldenen Bucht

Sonntag, 09.03.2014

 

Es ist ein wenig Zeit vergangen seit meinem letzten Status und nun habe ich einiges aufzuarbeiten. Ich beginne also dort, wo ich meinen letzten Bericht enden lassen habe: mit der Ankunft in Hokitika, der winzigen Stadt an der Westküste.

Eigentlich liegt mein 12. WWOOFing Platz ein wenig weiter nördlich, aber da Hokitika das einzig nennenswerte Dörfchen in der Nähe ist und ich dort auch fast jeden Tag war, werde ich jetzt hier nur von Hokitika reden.

Nachdem ich also zwei wirklich nette Tage in Franz Josef verbracht habe, geht es auf zu Doreen und Geoff Marshall, welche ein B&B an der Westküste besitzen. Ich komme dort an und niemand ist zu Hause, was mir die Möglichkeit gibt noch ein wenig das nördlich liegende Greymouth zu besichtigen. Am Abend lerne ich dann also meine beiden Hosts kennen (sie waren bei den Glaciers und hätten mich auch gerne dort in ihrem Ferienhaus schlafen lassen, haben aber meine Nachrichten zu spät empfangen), die ca. 40 Jahre alt sind und sehr nett rüberkommen. Ihre Ansichten kenne ich nicht so genau, jedoch weiß ich, dass sie den konservativen Idioten John Key mögen. Meine Zeit dort besteht größten Teils mal wieder aus viel Freizeit und ein wenig Weeding. Die Beiden sind wirklich bemüht mir diesen Ort so angenehm wie möglich erscheinen zu lassen. Ein Beispiel: Ich erwähne beiläufig, dass ich kein großer Fleisch Fan bin und schon kocht Doreen für mich 10 Tage lang vegetarische Gerichte. Ich bekomme mein eigenes kleines Haus mit allem Drum und Dran (sogar einer Terrasse).

Der Rest der Familie lebt rund um Hokitika verteilt und ich lerne jedes Mitglied kennen, da Geoff und ich viel herumfahren um deren Eltern und Söhnen bei verschiedenen Aufgaben zu helfen. Alle sind sie nett und haben etwas zu erzählen. Sie sehen mich nicht als Fremden und besonders Geoffs Mutter (87) freut sich sichtlich über jegliche Art der Kommunikation mit mir.

Die viele Freizeit an den Nachmittagen ermöglicht es mir die Umgebung genauer zu besichtigen und dank Geoffs Empfehlungen sehe ich die wunderschöne Hokitika Gorge, einen kleinen Tunnelwalk und einen netten See. Außerdem bekomme ich an einem Tag auch eine aktive Goldmine zu Gesicht, da der Sohn Toby dort die Woche über arbeitet und nach Gold gräbt. Sie ist zwar weniger Spektakulär anzusehen, jedoch ist es auf jeden Fall eine interessante Besichtigung.

Ich habe in den 10 Tagen bei Doreen und Geoff viel Natur, Mensch und Musik erleben dürfen. Für die Musik habe ich in meinem Haus abends immer selbst gesorgt (speziell mit meinem neuen Beatles Doppelalbum „…live at the BBC“). Außerdem war der Strand Hokitikas optimal um dort mit der Gitarre in der Sonne zu sitzen und vor sich hin zu „üben“.


So, das war der erste Part, welcher ganz klar in die Kategorie: Positiv eingeordnet wird. Der nächste Teil ist sehr schwierig einer Kategorie zuzuordnen und ich weiß auch nicht wirklich wie ich ihn beschreiben soll…

Am vorletzten Tag im B&B fahren Geoff und ich zur 87 Jährigen Mrs. Marshall um Feuerholz zu stapeln (und Tee zu trinken…). Daraufhin geht es zu Roger, dem Vater von Doreen, welchen ich schon ein paar Tage eher kennengelernt habe. Roger ist nicht zu Hause, dafür aber zwei Belgierinnen, die uns fröhlich erzählen, dass sie in Rogers kleinem Caravan schlafen werden. Geoff und ich sind überrascht, kommen mit den Beiden ins Gespräch und erfahren, dass sie gerne nach Golden Bay würden. Ich biete ihnen also an, bei mir am Samstag mitzufahren, was sie dankend annehmen. Und nun beginnt alles zu verschwimmen.

Alice und Coraline reisen durch Neuseeland, indem sie von Tür zu Tür gehen und dort fragen, ob sie ihr Zelt im Garten aufschlagen dürfen. Sie fahren per Anhalter und versuchen sogar auf die Nordinsel mit einem Privatboot zu kommen, um nichts für die Fähre zahlen zu müssen. Mal haben sie in Luxus Häusern geschlafen, ein anderes Mal in einem leeren Wohnmobil, dessen Besitzer zur Zeit wohl nicht zu Hause waren („das war unsere Beste Nacht“). Und zuletzt hat sie der nette Roger also in seinem Caravan schlafen lassen.

Die letzte Nacht in Hokitika dürfen sie in der Garage vom B&B auf zwei Sofas schlafen. Abends haben wir noch eine sehr interessante Diskussion mit Alice, die sich nach ein paar Gläsern Wein auf „meiner“ Terrasse als extrem katholisch entlarvt.

Am 08.03. verabschieden wir uns dann von den wirklich lieben Gastgebern Doreen und Geoff Marshall. Vormittags beginnen wir unseren 6 Stunden Trip nach Collingwood in Golden Bay. Die Fahrt ist wohl eine der anstrengendsten, da ich 360 Minuten lang mit der schlechtesten Musik des 21. Jahrhunderts belästigt werde (und zwei durchdrehenden Belgierinnen, die meist auf französische irgendetwas erzählen). Die Beiden sind zwar sehr sympathisch, doch auch genau so bizarr. Wir besichtigen zwischendurch bei einer fast unerträglichen Hitze die sogenannten Pancake Rocks und genießen die schöne Strecke entlang der Küste. Die zweite Hälfte der Fahrt wird etwas entspannter, da die Beiden einschlafen und erst wieder aufwachen als wir von einem Polizisten in einem kleinen Ort angehalten werden. Alice hat sich zum Schlafen lieber abgeschnallt, Coraline hat ihren Gurt irgendwo, wo er absolut nutzlos sein dürfte und ich bin in der 50er Zone 15 km/h zu schnell gefahren. Da der Cop aber der good Cop ist, lässt er uns nach einer kurzen Belehrung und einem Blick auf meinen Führerschein weiterfahren. Die letzten 25 Kilometer fährt uns dann auch noch ein Polizist als einziges Auto von Takaka bis Collingwood hinterher, was das Fahren nicht besonders leicht macht.
Abends kommen wir also in dem kleinen Collingwood an und ich erfahre, dass ich mein Hostel für den falschen Tag gebucht habe. Ich finde also einen kleinen Campground am Strand, wo ich eine Cabin (Hütte) bewohne. Die Mädchen finden einen Garten, in dem sie ihr Zelt aufschlagen dürfen.

Ich lasse den Tag am Strand ausklingen und genieße den Mond, die Sterne und ein paar Robben, die sich im Wasser vor mir austoben. Als die Sandfliegen kommen gehe ich ins Bett.

Und da ich erst ab Montag nach Motueka fahren werde, auf die Hari Krishna Farm, verbringe ich die nächste Nacht in einem Hostel in Takaka.
Morgens kommen Alice und Coraline auf den Campground, fragen nach meinem Plan (da sie überhaupt keinen haben) und wir beschließen Nach Farewell Spit an den Strand zu fahren. Da die nördlichste Spitze jedoch strenger DOC Bereich ist, kann man ohne Tour nur zum Wharariki Beach fahren.

Dieser Strand stellt sich dann aber als absolutes Highlight heraus. Man erwartet einen Jack Sparrow, der mit seiner Black Pearl in der paradiesischen Bucht strandet. An einer kleinen Lagune hat sich eine Robbenfamilie eingenistet und die spielenden Kinder ziehen alle Kameras mit den daran hängenden Touris an. Am Mittag fahren wir dann nach Takaka, welches mir direkt viel sympathischer als Collingwood vorkommt. Die Leute empfangen einen freundlich, das Hostel ist der absolute Wahnsinn und ich kann den Nachmittag so richtig schön entspannen.

Alice und Coraline werden heute Abend in einem alten, grünen Honda unter einer Brücke auf einem Freedom Campground schlafen, da sie keinen freien Garten gefunden haben. Wir fahren also noch am frühen Abend zum ca. 3km entfernten Campground und ich laufe die Strecke in der Abendsonne zurück. Ich hoffe jetzt nur, dass das Auto morgen anspringt (und vorzufinden ist).

Und jetzt sitze ich auf der Veranda des kleinen Hostels, genieße die letzten Sonnenstrahlen und und lade meine Fotos hoch. Denn ich werde ab morgen für sieben Tage in Tibet sein. Oder sowas in der Art.

Bis dann,

Daniel.

Coal Creek Garden-Von Roxburgh zum Franz Josef Glacier

Montag, 24.02.2014

 

 

3 tage lang         bin ich in Trance von einer Wolke auf die nächste gehüpft. An einem Sonntag schließe ich die Tür hinter mir, die einen der beneidenswertesten Orte hinter sich verbirgt. Der Surrealismus verschwindet mit dem Zünden des 20 Jahre alten Motors meines grünen Hondas…

Irgendwann abends komme ich bei den Roches an, einer typischen (netten) Kiwi-Familie, die auf einer relativ großen Obstplantage wohnt. Sie geben sich sichtlich Mühe diesen Ort so WWOOFer freundlich zu gestalten wie möglich. Ich werde hier kein Unkraut anfassen, sondern eher ins Obstparadies gehen um ein paar Kilo an Früchten zu ernten. Diese Tonnen an Obst werden auch von Michael, Glenys und Zoe persönlich verkauft, was zu dritt ziemlich schwierig ist. Und das macht diesen Ort ziemlich interessant für mich. Denn diese Familie ist wirklich auf WWOOFer angewiesen und dankbar für meine Hilfe. Jeden Tag behandeln sie mich als gehöre ich zur Familie, was die Zeit hier ziemlich schnell vergehen lässt. Meine Aufgaben sind es, neben dem Ernten der Früchte auf der Plantage, dabei zu helfen den Fruit store vor dem Haus am Laufen zu halten und Obst auf dem Markt zu verkaufen.

Das Vertrauen zueinander hat sich so schnell aufgebaut, dass ich am ersten Wochenende schon alleine auf das Haus und den Shop aufpassen soll, während die Anderen in Dunedin sind.

An diesem Ort habe ich einen Einblick in das Leben als eigenständiger Obsthändler bekommen, was ziemlich interessant und lehrreich ist. Da Roxburgh eigentlich nur aus Obstplantagen besteht lernt man hier auch nur Leute kennen, die ihre ganze Zeit mit Obst verbringen. Eine der schönsten Tatsachen dieser Plantage ist jedoch, dass keine Chemikalien eingesetzt werden und ich so viel Obst essen kann wie ich will. Ich schätze, dass mein Obstkonsum bei ca. 2 Kilo am Tag liegt, da ich jedes Mal, wenn ich durch die Plantage wandere eine frische Frucht pflücke und in meinem Mund verschwinden lasse.

Die Landschaft ist einfach nur wunderschön. Die Szenen aus dem Herrn der Ringe oder dem Hobbit, welche die Wanderungen durch die mit braunem Gras bewachsenen Bergen zeigen, müssen irgendwo hier gedreht worden sein. Immer wenn ich zu den braunen Hügeln gucke und die mit Schnee bedeckten Berge im Hintergrund wahrnehme, warte ich auf eine Gruppe von Reitern, die den Bergsattel entlang reiten. Außerdem ist dieser Ort wohl einer der heißesten, die ich bisher in Neuseeland besucht habe. Wir kommen oft an die 40° Grenze heran und da Roxburgh ziemlich zentral zwischen Ost und Westküste liegt ist es hier ziemlich windstill und trocken.

An meinem letzten Wochenende in Coal Creek Gardens sind Michael und ich alleine, da Glenys und Zoe in Wellington sind. Es sind zwei „Märkte“ dieses Wochenende und beide sind ca. 150 Kilometer südlich von Roxburgh. Samstag verkaufen wir als einziger Stand auf einem kleinen Hof in Gore Früchte an die Einwohner dieses winzigen Ortes. Und obwohl wir dort komplett alleine sind, kommen die Leute in Massen zu unserem Obststand und kaufen all unser Obst.

Sonntag sind wir in Dunedin, der verhältnismäßig großen Stadt im Süd-Osten von Roxburgh. Der Markt findet im Football Stadion Dunedins statt und es sind ca. 29 Stände mehr als in Gore. Und es finden auch sehr viele Leute in dieses Stadion, jedoch verkaufen wir bizarrer Weise nicht ansatzweise so viel wie in Gore.


Ich kann nach den zwei Wochen in Roxburgh feststellen, dass ich schon viele Unterschiedliche Eindrücke in Neuseeland gesammelt habe und dadurch viel über das Land und dessen Menschen gelernt habe. Auch wenn die Roches nicht so links gerichtet waren wie ich am Anfang gedacht habe, so hatten wir viele gute Diskussionen. Ich habe etwas über die Politik und die aktuellen Debatten gelernt und muss leider anerkennen, dass die Politik hier sehr mit der von Deutschland zu vergleichen ist. Aber immerhin ist Neuseeland mit ihren Debatten ein wenig weiter als wir:

-Erhöhung des aktuellen Mindestlohnes (13,80$)

-Förderung von Solarenergie anstatt von Hydroenergie (kein Atomstrom in Neuseeland)

Der aktuelle Primeminister John Key ist zwar ziemlich konservativ, aber dennoch ist hier alles eher eine harmlose Version der deutschen Politik und unter der Greenparty kann man hier auch durchaus noch Greenparty verstehen. 

 

Am Montag habe ich Coal Creek Gardens verlassen und hoffe wie fast nach jedem Abschied hier, dass ich die Leute irgendwann wiedersehen werde.

Nun bin ich an der Westküste und wieder ein wenig nördlicher, denn ich habe eine 350 km Strecke hinter mich gebracht und bin nun beim Franz Josef Glacier. Das Hostel und der Ort sind nett hier, jedoch beeinträchtigen das Wetter (kühl und regnerisch), sowie die deutsche Masse (aaaaaaaah) ein wenig die Situation. Nun hoffe ich, dass morgen die Sonne scheint und ich meinen Tag in der Natur verbringen kann.



Viele Grüße nach Hause (es sollte je bei euch langsam mal etwas wärmer werden).

Daniel

Please don’t take my sunshine away

Freitag, 14.02.2014

 

 

Geraldine-Waihi Bush

Wieder einmal durfte ich die letzten zwei Wochen an einem verzauberten Ort mit wundervollen Leuten leben. Und wieder einmal sind diese 14 Tage in zwei Parts zu unterteilen.

1.       Part 1: WWOOFing

 

An einem Montag bin ich in dem kleinen Künstlerort Geraldine angekommen. Die Familie, bestehend aus Lara, David, Monty und Devin empfängt mich zusammen mit dem britischen WWOOFer/Freund Harry sehr herzlich. Und jetzt könnte ich ein wenig ausschweifen und die Familie und ihre merkwürdigen Eigenschaften beschreiben, aber ich fasse mich in diesem Punkt dieses Mal sehr kurz.

Lara (ca. 45) ist die Mutter von Monty (13) und Devin (7) und ist vor 8 Wochen in Davids wundervolles Haus gezogen. Die merkwürdigen Eigenschaften beziehen sich auch eigentlich nur auf Lara und ihre Kids, nicht wirklich auf David. Da ich jetzt nicht alle Kleinigkeiten zusammenfassen werde, um zu zeigen wie bizarr die drei in gewissen Aspekten sind lasse ich es bei: Sie passen definitiv nicht in diesen Ort… Trotzdem sind sie sehr nett zu mir (auch wenn ich noch immer nicht begreifen kann, dass Lara die zwei anderen deutschen WWOOFer Mädchen nach genau einer Nacht spontan rausgeschmissen hat, da sie kein positives Gefühl hatte…) und nehmen mich in ihrer kleinen Familie auf. Zu David (ca. 55) kann man nur sagen, dass er seit ca. 30 Jahren in diesem Haus wohnt und schon drei Ehen hinter sich hat. Der britische WWOOFer Harry ist eine Art Freund von David, da er schon einige Zeit hier verbracht hat. Er ist leider absolut konservativ und kapitalistisch denkend (Bsp. Konto in der Schweiz und in Singapur; findet Jordan Belfort gut…), was nun am wenigsten zu diesem Ort passt.

 

Die Farm ist riesig (120 Hektar) und hält Kühe, Ziegen, Schafe und Truthähne. Jeden Abend wird eine Ziege gemelkt (durfte das erste Mal melken), welche ca. 3 Liter Milch hergibt. Die Kühe und Schafe werden später verkauft und geschlachtet. Eine der Kühe gibt jedoch auch jeden Tag ca. 5 Liter Milch. Aus der Ziegenmilch machen Lara und David zusätzlich noch sehr leckeren Ziegenkäse, was erstaunlich einfach ist.

Die zwei Hauptprojekte für Harry und mich sind es einen Pizzaofen im Garten aus Ton, Sand und Kuhmist zu bauen, sowie dabei zu helfen das Festival vorzubereiten. Ansonsten helfen wir dabei die Ziegen zu melken, die Kühe von einem Feld ins andere zu lotsen, zu kochen und Gatter anzubringen. Den größten Teil des Tages kann man jedoch einfach mit einer Tasse Kaffee oder Tee auf der Veranda sitzen, die Sonne auf sich prallen lassen und vielleicht ein wenig Gitarre spielen. Ein WWOOFer Paradies, wenn man nicht gerade bei Lara ein „ungutes Gefühl“ auslöst und überraschend rausgeschmissen wird…

 

Am 06.02.14 beginnt dann schließlich das Festival.

 

Part 2:

 

Nun stehe ich vor einem Problem, da ich überhaupt nicht weiß, wie ich die Zeit vom 06. bis zum 09. beschreiben soll, da sie wirklich unglaublich war.

 

Am Dienstagabend haben die ersten Camper ihre Zelte auf einem der vielen Felder aufgeschlagen. Mittwoch (der Tag an dem wir die große Marquise und die Bühne aufgebaut haben) sind es ca. 100 und am Donnerstag, dem offiziellem Beginn des Festivals stehen überall Zelte, alte Busse und Wohnmobile. Ab ca.16 Uhr verschwinden die Wolken vom Himmel, die Sonne verzaubert diesen Ort und eine unbeschreibliche Atmosphäre entfaltet sich.

Ein Chor singt Afrikanische Lieder, eine alte Hippiefrau umringt von Kindern und deren Eltern schreit Indianermelodien und von überall hört man wie die Leute auf ihren mitgebrachten Instrumenten vor sich hin spielen. Mal wird alleine gespielt, ein anderes Mal in einer großen Gruppe. Der Abend beginnt und es wird magisch. Die Leute setzen sich vor die Bühne und das Eröffnungskonzert beginnt. Die Musiker machen ein großes Genre-Spektrum aus, sind einzigartig und fantastisch. Es werden Country Songs, Balladen, Jazzige- und Rockige Lieder, sowie Reggea Stücke vorgespielt. Das Publikum ist euphorisiert und berauscht. Die einen nur von der Musik und der Atmosphäre, die anderen von der Musik, der Atmosphäre und Dope. Anschließend treffe ich mich noch mit ein paar Hippies am Lagerfeuer und singe bis tief in die Nacht (unter einem gigantischem Sternenhimmel) verschiedene Lieder.


Der nächste Tag (Freitag) beginnt mit Musik in den Ohren. Draußen in der Sonne ist eine Gruppe von Leuten, die den Tag mit Joga beginnt. Chen (der sehr nette Nachbar von David) nutzt unseren Pizzaofen um Pita Brot zu backen (was ihm wirklich gut gelingt und ein Feuer in ihm entfacht) und jede Stunde beginnt ein neuer Workshop vor der Bühne. Ich lasse mir von ein paar der auftretenden Musiker ein paar gute Übungen auf der Gitarre zeigen und besuche am Nachmittag das Blackboard Konzert. Es ist eine Gelegenheit für alle, die ihre Kunst mit den Anwesenden teilen möchten. Ich bin mir bei meinen Gitarrenspielfähigkeiten jedoch (leider) noch zu unsicher, ob es sich dabei tatsächlich um Kunst handelt und beschließe das Konzert als Zuschauer zu genießen. Eine weise Entscheidung, da selbst die ganz kleinen Kids einfach nur klasse sind und sichtlich Spaß dabei haben vor dem Publikum auf ihren Instrumenten zu spielen und/oder zu singen. Das Publikum ist bei jedem der Auftritte begeistert und alle, wirklich alle strahlen eine Fröhlichkeit aus, die ich lange vermissen werde und die ich unbedingt wiederfinden muss.

Das Abendprogramm besteht aus drei Akten: einem Konzert von dem Australischem „Jesse“, der halb illegal seit 7 Jahren ohne Geld durch Neuseeland reist. Der zweite Akt ist ein Konzert eines Paares von der Kapiti Coast, das wie eine Mischung aus Norah Jones und Mark Knopfler klingt. Danach kommt ein Paar auf die Bühne, welches Irische Fiedel Musik spielt, zu welcher die Leute den „Barn Dance“ tanzen. Für die Aktion hat der Rum mir jedoch eindeutig zu viel meines Gleichgewichtssinns geraubt und ich geselle mich zu einer Gruppe Hippies am Lagerfeuer. Als der komische Tanz vorbei ist und die meisten Leute schlafen gehen, fangen wir unsere Jamm Session an. Wir singen alle möglichen Lieder, die eine gute Botschaft haben, trommeln herum, klatschen, pfeifen und stimmen ab und zu in ein „Everything is gonna be alright“ ein.

 

Der letzte komplette Konzerttag wird wieder von der Jogagruppe in der immer noch strahlenden Sonne begonnen. Das Blackboard Konzert enttarnt wieder neue Talente und die Workshops sind wie schon am Vortag sehr unterhaltsam/interessant. Am frühen Abend betreten zwei Australier die Bühne (the Vegetables), welche mit einem Looper ein ganz besonderes Stück Kunst vollbringen und das Publikum zum kochen bringt. Das Feld vor der Bühne ist komplett voll, als das Finale Konzert beginnt und vom Chor eröffnet wird. Alle Künstler (plus ein neues Super-Duo namens: Into the east) treten noch einmal mit ein paar Songs auf und als könnten manche von ihnen hellsehen (speziell die Sängerin Hannah, Davids Stieftochter) werden viele meiner absoluten Favourites gespielt. Hannahs Version von „Why don’t you do right“, welche ziemlich nahe der Amy Irving Interpretation ist (Who framed Roger Rabbit) wird zu meinem persönlichem Highlight des Konzerts.

Das Festival endet mit einem zwei Stündigem Durchtanzen in den nächsten Tag hinein zu Reggea und Rock Musik von „The Vegetables“, gefolgt von einem späteren Singen am Lagerfeuer…Und einem kotzendem, britischen WWOOFer namens Harry, der wohl zu viel der feinen Gin-Tonic Getränke getrunken hat und nun den einzigen Teppich im Haus mit seinem Mageninhalt verziert hat.

 

Meine letzten Stunden in Geraldine/Woodbury werden mir, genauso wie das Festival für sehr lange Zeit (hoffentlich für immer) in Erinnerung bleiben. Ich wache auf, was sich anfühlt als würde ich von einem Traum in den nächsten schweben. Viele der Musiker sind schon wach und frühstücken im Salon des Hauses. Und irgendwie strahlt meine billig-Gitarre wohl etwas Besonderes aus, denn fast alle spielen zwischendurch ein paar Lieder auf ihr, anstatt beispielsweise auf der genialen Gitarre von Jesse. Schon am Abend zuvor hatte noch einer „Where did you sleep last night“ auf ihr gespielt, als der Rest im Bett war…

Ich könnte so viele wundervolle Momente aufschreiben, die mich einfach nur beeindruckt haben, so viele Menschen die ich niemals vergessen möchte. Meine Zeit endet wie so oft viel zu früh und der Abschied ist verdammt „bitter-sweet“. Wenn ich das nächste Mal nach Neuseeland komme, werden die Leute und dieser kleine Ort der Liebe und des Friedens ganz weit oben auf meiner Liste stehen. Und dann werde ich auch Lucina und ihre wundervolle Familie besuchen, welcher ich so viel Glück mit ihrem Kommunen-Projekt wünsche!

Danke.

 

Ps: Es gibt erstmal keine bilder, da ich erstens nicht wirklich viel fotografiert habe und zweitens an meinem jetzigen Ort (Bericht kommt in den nächsten Tagen) in ein Internetcafé gehen muss um Wlan zu bekommen, was ziemlich langsam ist. Ihr könnt aber Bilder und Videos, die ich in Geraldine schon hochgeladen habe auf meinem Skydrive Account angucken (siehe vorherige Berichte).

 

Alles erdenklich Gute nach Hause, ganz besonders an dich Opa!!! Bis bald,

Daniel.

Eine wunderschöne Zeit in Cheviot

Donnerstag, 23.01.2014

 

  Michèles Masterpiece                                 

Meine 9. Farm ist eine Mischung aus Farm, Reisen und Café. Die Zeit hier kann man in drei Teile unterscheiden:

1.        Teil: Die Zeit im Café mit der Crew/Familie

2.      Teil: Die Zeit auf Johns Farm in Gore Bay

3.      Teil: Die Zeit mit Michèle an unterschiedlichen Orten

 

Ich beginne also mit der Zeit im Magpies Rest Café in Cheviot. Dieses Café ist eine Art Travel-Stop, in dem LKWs und andere Reisende halten, um etwas zu essen und einen Kaffee zu trinken. Es wird von Marie und ihrem Sohn Jarred Sorenson geführt, zwei ziemlich gute Charakter. Es arbeiten immer ca. drei Personen im Café, weshalb man hier alle ziemlich schnell kennenlernt.

Am 13. Januar komme ich im Magpies nach einer Fahrt durch Kaikoura (mit zwei Tschechischen Anhaltern) an. Die 29 jährige Michèle (Schweizerin) ist dort schon seit einer Woche. Als Nurse in einer Psychoanstalt gönnt sie sich 3 Monate Auszeit in Neuseeland. Wenn wir im Café sind, dann geht es meistens in den Garten, welchen wir in den letzten Tagen zu einem wirklich schönen Ort umgewandelt haben. Wenn wir nicht im Garten sind, dann hängen wir mit Jarred und Boisson in der Garage oder im Zimmer hinter der Küche herum. Speziell Jarred hat viele interessante Stories zu erzählen und wir sind komplett auf einem Nenner. Er ist eine Mischung aus Rocker und Gypsi, ziemlich links gerichtet und der Name „Jarred“ passt einfach wie kein anderer.

Ein weiterer Teil der 14 Tage, beschreibt die Zeit in Gore Bay, einem kleinen Ort (keine Shops, nur ein paar Häuser) ca. 7 Kilometer von Cheviot entfernt. Dort leben die Sorensons auf einer 4 Hektar großen Farm mit Alpakas, Schafen, Hühnern, Katzen und Hunden.  Es ist eine wunderschöne, friedliche Farm auf der man sich verdammt wohl fühlt. Wenn Michèle und ich dort arbeiten, ist dort nur Maries Ehemann John vorzufinden, welcher durch einen Unfall in einer Kohlmiene vor 30 Jahren so schwer verletzt wurde, dass er nicht mehr laufen kann. John ist bisher einer meiner absoluten Lieblings Charakter und ich könnte mich bestimmt den ganzen Tag mit ihm unterhalten. Ich erfahre sehr interessante Stories über Musik, Natur und Politik und genieße es einfach mit ihm über gute Musik und den Rest der Welt zu quatschen.

Für vier Tage habe ich auf der Farm die Hühner gefüttert, Disteln entfernt und Bäume zurück geschnitten. Dabei war ich immer in Gesellschaft von einer sehr niedlichen Katze und den lustig aussehenden Alpakas, was die Arbeit sehr angenehm wirken ließ.

 

Der letzte Teil (und eindeutig der Wichtigste) ist die Zeit, in der ich mit Michèle herumgereist bin. Einen Tag haben wir in dem schönen Ort Hanmer Springs verbracht und sind am wahrscheinlich kältesten Tag der letzten Wochen bei Regen in die 28-40° heißen Thermal pools (erwärmt durch Gas aus den Bergen) gesprungen.
Einen weiteren kompletten Tag haben wir sonntags im freundlichen Kaikoura verbracht um dort am frühen Morgen (05:00 Uhr) ins kalte Wasser zu springen und unvergessliche drei Stunden zu erleben. Denn kaum ist unser Tour-Boot ca. 1 Km vom South Bay der schönen Küsten Stadt entfernt, tauchen die ersten Delfinflossen im Wasser auf und werden von der gerade aufgehenden Sonne rot angestrahlt. Eine Sirene ertönt und wir dürfen in unseren Neoprenanzügen von Bord springen. Um die Delfine zu sich zu locken, muss man nur ein Lied singen (unter Wasser natürlich) und ein wenig im Kreis schwimmen. Das Gefühl, wenn der ca. 2 Meter lange Delfin zu einem kommt und mit seinen freundlichen Augen anguckt ist ganz einfach unbeschreiblich. Wie diese Tiere, denen der Mensch unverständlicher Weise so viel Leid antut, aus dem Nichts auftauchen um mit einem zu spielen ist für mich unfassbar. Sie umkreisen einen, machen Rollen unter einem, kommen manchmal in kleinen Gruppen, ein anderes Mal ganz alleine. Sie kennen einen nicht und trotzdem empfangen sie einen in ihrer Unterwasserwelt, als sei man ihr Freund.
Nach ca. 2 ½ Stunden im Wasser, die mir niemals aus meinem Kopf gehen werden, gehen wir zurück an Bord und beobachten noch, wie die jungen Delfine ein paar Saltos überm Meeresspiegel vollbringen.

Den Rest dieses Tages (also eigentlich der komplette Tag) verbringen wir unter der knallenden Sommer-Sonne am Strand Kaikouras. Abends gehen wir zu einem Ort an der Küste, an welchem sich duzende Robben und ihre Jungtiere auf den Felsen sammeln, vermutlich um zu entspannen (und weil es eine Wal-freie Zone ist).

Ansonsten verbringen Michèle und ich in den 10 Tagen, die wir gemeinsam in Cheviot sind viel am Strand oder an Flüssen. Manchmal wandern wir kleine Berge hinauf oder kleine Tracks entlang. Wir kommunizieren in einem wohl ziemlich amüsanten Englisch miteinander, was ich wahrscheinlich am meisten vermissen werde. Die Zeit mit der Schweizerin wird mir in sehr guter Erinnerung bleiben, da wir zusammen viel gelacht, erlebt  und uns gut verstanden haben.

Abschließend kann ich feststellen, hat sich die Zeit an der Ostküste der Südinsel sehr tief in dem Bereich „Positiv“ meines Gehirns verankert. An Orten wie diesen kommt immer wieder Melancholie auf, wenn man sich bereit für den Abschied macht. Das ist wohl der größte Nachteil am WWOOFen.

 

Ich glaube es ist der Ort, an dem das Verlangen am größten ist, zurückzukehren. Die Leute haben nicht die Art von riesen Paradies, wie ich es in manch anderen Berichten beschrieben habe. Sie sind nicht reich und haben nicht den besten Blick aufs Meer. Aber sie haben diese Gedanken im Kopf, die für mich am Bedeutendsten sind. Und auch wenn das ein wenig kitschig und dick aufgetragen klingt, so kommen mir die Personen an diesem Ort am fröhlichsten vor.

Von außen ist es nur ein Café am Highway 1.

Von innen ist es ein Café, dessen Espresso nach Liebe und Frieden duftet.

 

 

Ich verspreche euch, dass der nächste Blogeintrag weniger kitschig klingen wird!
Viele Grüße,

Daniel.

Marlborough-Unter Lamas

Montag, 13.01.2014

 

 

Viel ist passiert in den letzten 10 Tagen und das, obwohl ich „nur“ an einem Ort war. Ich habe wunderschöne Sachen gesehen und erlebt. Und wieder einmal, wenn ein Ort sehr beeindruckend war, weiß ich nicht, wo ich beginnen soll.

Wo und mit wem habe ich also die letzten Tage verbracht:

Cissy Bay liegt etwa 2 Stunden entfernt von Havelock, im Norden der Marlborough bzw. Pelorus Sounds. Eine einsame Straße (French Pass Rd bzw. Queens Charlotte drive), die einem schlicht und einfach den Atem raubt führt die Küste entlang zu meiner 8. Farm. Und man könnte gewiss einen ganzen Tag damit verbringen, die Aussichten auf den Tasman See zu bewundern, während man den Schlaglöchern auf dem Weg ausweichen würde. In Cissy Bay leben ca. 20 Leute. Zwar stehen ungefähr 40 Häuser verteilt auf dem Berg vor dem Bay, jedoch ist mehr als die Hälfte nur zum vermieten gedacht.

Wenn man auf die Bucht schaut, erkennt man schwarze Streifen im Wasser. Bei diesen schwarzen Streifen handelt es sich um Muschelfarmen, die jedem Einwohner von Cissy Bay frei zur Verfügung stehen. Es darf also jeder mit seinem Boot aufs Wasser hinaus fahren und ein paar Muscheln einsammeln.

Ansonsten kann man über das kleine „Dörfchen“ (eigentlich deutlich kleiner als ein Dörfchen) hauptsächlich sagen, dass es sehr idyllisch ist und eine ausgezeichnete Lage hat. Die Leute leben in Frieden miteinander und dürften ein ziemlich angenehmes Leben führen.


Die Hosts: Bei Syth (eine Schottin) und Clarrie (ein Kiwi) handelt es sich wieder einmal um zwei Personen, die in dem allseits bekannten Gott einen nützlichen Freund sehen. Einen Freund, der alles vergibt und somit das Leben einfacher machen soll. Sie nennen sich Baptisten und haben einmal im Monat ein Meeting um ihrem Freund für die große Unterstützung zu danken. Ich habe eines dieser Meetings miterlebt und ich glaube dieses eine Mal hat mir auch gereicht.

Ich schweife ab. Wichtig ist, dass diese beiden Menschen liebenswürdig und unterhaltsam waren. Sie haben meine Zeit zu einer unvergesslichen Erfahrung gemacht und mit mir gelebt, als gehöre ich zur kleinen Familie.

Nun aber zum Hauptthema, der Farm: Die Farm ist 25 Acre groß (also ca. 10km², wenn ich mich jetzt nicht vertan habe) und erstreckt sich über zwei grüne Hügel/Berge. Vom Haus aus kann man auf Cissy Bay und die Pelorus Sounds gucken. Das Wasser scheint dabei immer karibisch grün und reizt zum Hineinspringen.

Auf den grünen Wiesen vor und neben dem Haus findet man neun Lamas, neun Kühe, 12 Hühner , eine Katze und einen Hund. All diese Tiere werden als Haustiere betrachtet und sind nicht zum Kommerz oder als wirkliche Nutztiere gedacht. Die Hühner geben zwar Eier, jedoch spielen sie jeden Tag ein kleines Spiel mit Clarrie und Syth, welches: „Sucht unsere Eier im Garten“ heißt. Der Hund „Duke“ ist völlig verrückt. Wenn draußen ein „Weka“ rumläuft, versucht der Hund den Vogel (welcher nicht fliegen kann) zu fangen, scheitert dabei aber immer ziemlich fatal. Man braucht nur das Wort Weka zu sagen und Duke fängt an zu bellen.

Meine Aufgaben auf der Farm haben sich sehr deutlich von denen auf meinen vorherigen Farmen unterschieden. Denn die Lamas müssen einmal im Jahr ihrer Wolle entledigt werden und so durfte ich dabei helfen die neun Lamas zu scheren. Nicht mit einem elektrischen Rasierer, wie man jetzt vermuten würde, sondern mit ziemlich üblichen Scheren wurde die Wolle (welche zur Wärmedämmung des eigenen Hauses dient) entfernt. Dabei gab es immer mal wieder ein Lama, welches mit dem Scheren nicht so wirklich einverstanden war und seine Unzufriedenheit ab und zu per Spuckattacke preisgeben musste. Ich wurde glücklicher Weise nie von der grünen Spucke getroffen. Syth hingegen hat den stinkenden Mix aus Gras und Speichel in paar Mal ins Gesicht bekommen.

Ansonsten durfte ich die grandiose Landschaft erkunden und weitere nette Menschen kennenlernen. Es wurde viel gelacht, viel geredet (was eine britische Freundin der Beiden übernommen hatte, welche mich an eine weibliche Version Rainer Calmunds erinnerte), erstaunlich wenig gebetet und viele leckere vegetarische Gerichte gegessen. Ich durfte sogar einmal eines meiner absoluten Lieblingsgerichte kochen: Bananenreis mit Apfel-Curry, was selbstverständlich gut ankam…ist ja klar.

Was mir von all den Eindrücken der letzten Tage aber am meisten in Erinnerung bleiben wird, ist was die Natur hier errichtet hat. Ich kann die Strecke nach French Pass überhaupt nicht in Worte fassen, so beeindrucken wie sie war. Es war für mich eine ultimative Neuseelanderfahrung: Kühe im Weg, Schafe im Weg und am Ende ein Blick aufs Meer, der dir die Sprache verschlägt.

Ich glaube, dass diese Leute hier das Perfekte Leben haben. Die Ruhe, die Abgeschiedenheit, die Natur und die Art und Weise, wie man hier lebt oder leben muss, haben mich ziemlich beeindruckt. Dieser Ort ist magisch und doch sehr real. Und das Wasser war so reizend, dass ich sogar darin schwimmen warJ

Es gibt einfach keinen Grund hier nicht wieder hin zu kommen. Mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit werde ich den Ort und dessen Leute schon ab Morgen vermissen…Doch sie sind festgehalten in meinem Kopf und in meinem Tagebuch.

Jetzt bin ich auf den Weg nach Cheviot und hoffe, dass mir die nächsten 2 Wochen dort auch gut gefallen werden...

Bis dahin viele Grüße,

Daniel.

Silvester und South Island

Donnerstag, 02.01.2014

 

Nun, Weihnachten in Neuseeland war wie schon im vorigen Blog erwähnt anders und eine interessante Erfahrung. Jetzt fragt man sich vielleicht nur noch, wie das Jahr für die Neuseeländer denn zu Ende geht bzw. wie das Neue anfängt. Also wie man auf der anderen Seite des Globus Silvester feiert. Ich habe beschlossen diese Erfahrung in Wellington zu machen und mir dort für Silvester doch noch ein Hostel gebucht.

Zur Hauptstadt: Ja, sie ist ziemlich klein für eine Hauptstadt. Aber ich bin mal (typisch) etwas mopperich und sage, dass ist schon das einzig Besondere an dieser Stadt. Ich würde sogar soweit gehen und sagen, manchmal kommt man sich so vor als wäre man in irgendeiner etwas größeren Stadt in Deutschland. Dieser Eindruck mag jedoch zugegebener Maßen nur dadurch entstanden sein, dass nicht nur mein komplettes (ziemlich schreckliches) Hostel deutsch war, sondern auch auf den Straßen hauptsächlich Wörter aus dem deutschen Sprachwortschatz wahrzunehmen waren. Das hat mir also weniger gut an Wellington gefallen.

Nun zu Silvester: Ja, Grundsätzlich ist es wohl ziemlich ähnlich zu dem, was man für ein normales Silvester in Deutschland halten würde. Außer, dass das Feuerwerk nur von der Stadt und nicht den Bürgern selbst ausgeht. Heißt keine Böller in den Supermärkten.

 Achja und dass es in Wellington dieses Jahr mal zur Abwechslung kein Feuerwerk gab. Silvester war also definitiv anders als die letzten Male. Ich würde nicht unbedingt besser sagen, aber interessant. Das Feuerwerk stand dafür am nächsten Morgen in meinem Kopf statt (der Bourbon aus einem Liquor Store auf der Cuba-Street hatte seinen Job sehr verlässlich erfüllt). Den nächsten Tag habe ich dann ohne Hostel verbracht, bedeutet ich bin bis 11:00 Uhr Abends durch die Stadt gelaufen, habe komische Leute getroffen und  viel zu viel Kaffee getrunken. Um Mitternacht durfte ich dann schon für die Fähre einchecken und in einer Reihe von Autos darauf warten auf das Boot fahren zu dürfen. Dabei bin ich dann eingeschlafen und um 01:30 Uhr wieder aufgewacht. Pünktlich zur Boarding time. Um 5.00 Uhr haben wir schließlich das kleine, sympathische Picton auf der Südinsel erreicht. Ich bin über den Queen Charlotte Drive nach Havelock, einem ruhigen, kleinen und sehr idyllischen Fischerdörfchen gefahren. Denn dort liegt mein Hostel für heute Nacht, welches den Namen Blue Moon Lodge trägt. Und dieses Hostel ist einfach nur der Hit. Man lebt quasi bei einer Familie in einem schönen Häuschen mit Blick auf den Hafen. Umgeben von den Pelorus Sounds. Man unterhält sich mit den Leuten, bekommt Tee, Kaffee und W-Lan geschenkt und am Abend gibt es Muscheln für alle. Dieses ist das einzige Hostel, welches so eine familiäre Atmosphäre hat glaube ich. Und das Billigste ist es bis jetzt auch noch.

 

Obwohl ich verdammt müde bin, beschließe ich am Mittag mit zwei Holländern und einer Deutschen (ist immerhin die Einzige hier) eine Kanutour zu machen. Ich trinke also weitere 5 Tassen instant Coffee um mich irgendwie wachzuhalten.

Das mit dem Wachhalten stellt sich dann jedoch als völlig easy heraus, da die Kanutour nicht wirklich eine Kanutour ist, sondern vielmehr ein Rafting durch starke Stromschnellen. Und dank der anderen Deutschen, welch ein meinem Boot sitzt, wird unser Boot schon nach nur 5 Minuten umgeschmissen. Ich bin sofort wach, da das Wasser gefühlte 0° Celsius kalt ist. Doch die Tour ist auf jeden Fall schön und spannend, auch wenn man ab und zu mal das kalte Wasser spüren muss.

Am Abend gehe ich noch kurz einen kleinen Waldweg zu einem Wasserfall, mache zu viele Fotos und gehe dann endlich in das langersehnte, ruhige Bett.

Bilder kommen in 10 Stunden, da mein Augen grade zuallen.

Merry Xmas

Mittwoch, 25.12.2013

 

 

Merry Christmas everybody.

Nachdem ich zwei Nächte in meinem (zum Schlafen eindeutig zu kleinem) Honda Accord auf einem Campground in Paraparaumu verbracht habe bin ich am 16.12. bei Susan und Martin D’Souza in Otaki (Wellington) angekommen. Natürlich liegt das schöne Haus in der Otaki Gorge Rd wieder einmal auf einem kleinen Berg und ist ein wenig abgelegen mitten in der Natur. Ich lebe hier (endlich wieder) in Gesellschaft mit zwei riesigen Labradoren (der Bär stammt eindeutig vom Labrador ab…), drei bizarren Hühnern aus China sowie drei sehr netten Menschen. Die dritte Person stammt zufällig auch aus Essen und ist endlich mal NICHT typisch deutsch. Wir unterhalten uns auf Englisch und es fällt kein einziges deutsches Wort.

Die Arbeit hier ist einfach nur fantastisch. Wir dürfen hier an einem richtig großen Projekt arbeiten und jeden Abend kann man eine deutliche Veränderung feststellen. Ich habe Treppen wie man sie aus Hobbingen kennt gebaut, Matthis (der Essener) und ich haben eine große Kuhle für einen Teich errichtet und einen langen Wasserschlauch unter der Erde verlegt. Ich kann jetzt schon sagen, dass mir die Arbeit auf dieser Farm eindeutig am besten gefällt.

Das Essen und die Atmosphäre hier sind unglaublich gut. Man fühlt sich wie zu Hause und genießt jeden Tag. Die Abende enden mit einem Tui-Bier und einer guten Diskussion auf der Veranda. Leute aus Nordamerika und Erzkonservative kommen hier wieder mal nicht gut weg und es lässt sich wirklich ausgezeichnet mit den Atheisten leben.

 

Ich schreibe diesen Text am Christmas day. Bedeutet wir hatten heute Morgen unsere Bescherung (Martin und Susan haben Wein bekommen, die Hunde einen Knochen und Mathis und ich haben eine Cappy und eine Kette bekommen) mit ein paar Gläsern Bubbley (ist Champagner, der hier natürlich nicht Champagner genannt werden darf. Ich glaube ich habe den Namen jetzt auch völlig falsch geschrieben). Weihnachten läuft hier in jeder Hinsicht komplett anders als zu Hause ab. Keine Livemusik von Ben und Mama. Keine Piano- und Gesangskünste von Felix. Keine Auslöser Geräusche von Papas KameraJ  Hier ist es hell, die Sonne scheint und es ist 9:00 Uhr morgens, während zu Hause die kühle Nacht über der Stadt liegt.

Doch auch wenn man hier ein wenig Zeit braucht um festzustellen, dass Weihnachten ist, so sind ein paar Ähnlichkeiten festzustellen. Die Hunde sind zum Beispiel völlig verrückt vor Begeisterung über ihre Geschenke und erinnern mich sehr an Rama.

Am Mittag haben wir einen wunderbaren Spaziergang am Strand. Der vermutlich einzige Ort in Wellington der so gut wie unbewölkt ist und erstaunlicher Weise komplett leer. Die Hunde lieben es im Meer zu schwimmen und ich glaube jeder von uns war glücklich ab dem Moment, als der Blick das Meer erreicht hatte. Die Musik wäre glaube ich das einzige Nennenswerte, dass hier wirklich weniger gut istJ Aber damit kann man gut leben. Doch grade als ich diese Zeile geschrieben habe, spielen sie Merry Xmas (war is over) von John Lennon im Radio…Also kann ich doch ausnahmsweise mal über nichts meckern.

 

Ich könnte jetzt über die ganze Weihnachtssache hier schreiben, da sie wirklich sehr anders und interessant ist. Und die ganzen schönen Momente müsste ich erwähnen, die ich hier erleben durfte. Aber viel eher möchte ich mich bedanken, für die Zeit, die mir gegeben wurde und die so viele weitere Geschenke enthält. Diese Zeit ist das größte und schönste Weihnachtsgeschenk, welches ich je bekommen habe. DANKE!

Gleich wird Monopoly gespielt und ich lasse euch alle mit dem Gedanken zurück, dass es mir hier wunderbar gut geht und ich ein schönes Weihnachten in Neuseeland verbringen darf. Mein Wunsch ist es, dass ihr alle in Deutschland auch eine friedliche und erholsame Zeit miteinander verbringt.

 

Merry Christmas.

     

  Für alle, die meinen Skydrive link noch nicht haben: https://skydrive.live.com/redir?resid=6FD4F2D65CA5694D%21105

The Old Runaway

Donnerstag, 12.12.2013

 

 

Nach einer Woche Luxus bei Jackie in Waikanae fahre ich am Sonntag (08.12.13) nach Wairarapa. Die Strecke ist überwiegend kurvig und durch die teils bekloppten Autofahrer (gibt’s überall) ein wenig gefährlich. Wegen der extremen Kurven und des Straßenbelages, muss ich die Hälfte der Fahrt ca. 40 km/h fahren. Ich durchquere die Bergkette, welche Wairarapa von Wellington trennt. Dabei sind mal wieder grandiose Ausblicke zu genießen und ich muss des Öfteren anhalten um über das grüne Tal zu gucken.

Ab Featherston führt mich die Western Lake Road in die totale Isolation. 35,5 Kilometer ist Marlis Klein von der nächsten Stadt entfernt. Irgendwo auf der Hälfte der Strecke hört dann auch mein Handy auf Signale zu empfangen.

Marlis wohnt halb auf einem Berg und kann von ihrer Veranda das Meer, einen großen See und einen Fluss sehen. Jetzt weiß ich nicht was ich als erstes beschreiben soll, da die Lage, die „Farm“ und der Charakter „Marlis“ sehr speziell sind. Ich versuche, der Reihe nach zu beschreiben, aber es kann passieren, dass ich immer wieder Sachen vermische…

Die Lage ist also wie schon erwähnt sehr abgeschottet. Man kann zwar in der Ferne, hinter dem See ein paar kleine Häuser erkennen (gehören zu der Stadt „Lake Ferry) und man kann auch des Nachbarn nettes Haus betrachten, aber trotzdem ist dieser Ort sehr isoliert. Oder besser gesagt, der Ort ist einsam. Normaler weise wäre er das vermutlich noch nicht einmal, doch da hier Marlis Klein wohnt ist dies einer der einsamsten Orte überhaupt. Aber mehr dazu später.

Das Land hier gehört größten Teils James Cameron (Titanic, Avatar), welcher tausende Hektar dieses Areals aufgekauft hat. Leute wie Marlis verfluchen ihn dafür. Denn Mr. Cameron hat zum Beispiel an dem See, auf den man vom Haus aus gucken kann, alle möglichen Bäume fällen lassen und auf der Stelle verbrannt. Niemand weiß warum. Marlis erzählt mir wie viel der Kanadier mittlerweile aufgekauft hat. Wenn das nur ungefähr stimmen sollte, dann halte ich diesen Regisseur auch für ein wenig verrückt. Aber für seinen Größenwahn ist er ja bekannt.

Auf der Farm, oder besser gesagt in dem Garten (eine Farm war es wohl noch vor 10-20 Jahren) wächst mal wieder eine Menge. Man trifft auf Feigen-, Guave-,Kiwi-,Pflaumen-, Apfel-, Avocado-, Zitronen-, Kirsch-, Pfirsich- und Olivenbäume. Vermutlich habe ich jetzt ein paar nennenswerte Fruchtbäume vergessen, aber ist ja auch nicht so schlimm. Ein netter Baum, direkt vor meinem Schlafzimmerfenster ist mit ganz vielen gelben Früchten bestückt, die in etwa wie Aprikosen aussehen. Ich habe leider gerade den Namen vergessen. Aber ich esse jeden Tag ca. ein Duzend davon. Das besondere an diesen Bäumen ist, dass sie alle von selbst an ihren jeweiligen Plätzen entstanden sind. Marlis hat keinen einzigen Baum, kein einziges Gemüse und keine einzige Blume gekauft und selbst eingepflanzt. Sie will so wenig Einfluss wie möglich auf das Spiel der Natur in ihrem Garten ausüben. 

Nun also zur Person. Marlis Klein ist mit 16 Jahren aus Deutschland abgehauen. Zusammen mit einer Freundin ist sie mit wenig Geld in Kanada angekommen. Dort haben sie einen Job gefunden und Marlis hat sich in den Rocky Mountains niedergelassen. Sie war eine Kämpferin für Frauenrechte. Sie war eine Frau die in den 60ern mit vielen anderen auf die Straßen gegangen ist um zum Beispiel gegen den Vietnamkrieg zu protestieren. Ich glaube sie war sie ein absoluter Hippie und ist viel im VW Bus herumgereist. Wenn sie den lieben langen Tag von ihrer Vergangenheit erzählt, dann kommt es mir vor als sei sie schon überall gewesen.  

Nach 20 Jahren Kanada, hatte sie genug vom System. Und mit System meine ich „mit allem“. Sie hat die Chance ergriffen nach Neuseeland auszuwandern und sich dort eine einsame Farm namens „Kiriwai“ zu kaufen. Dort lebt sie komplett abgeschieden von dem Rest der Welt. Und das ist, was ich an der Frau nicht verstehe und was mich ein wenig verrückt macht. Sie lebt in der absoluten Isolation und ist ein sehr einsamer Mensch.

Marlis mag den Menschen nicht, was ja in mancher Hinsicht noch nachzuvollziehen ist. Und wenn wir uns über verschiedene Länder und ihre Kulturen unterhalten, dann kommen wir oft auf den gleichen Nenner, dass etwas mit unserer Heimat und dessen System faul ist. Oder eher, mit dem System in den Industriestaaten. Ich höre dieser Frau gerne zu, wenn sie von ihrer Jugend und ihren Reisen  nach Südamerika oder Asien erzählt. Ihre Geschichten sind ziemlich interessant und man kann verstehen, was für ein Problem sie mit den meisten Menschen hat. Was für ein Problem sie mit dem System hat.

Doch was ich nicht verstehen kann und wohl auch nicht verstehen werde ist, wie man so einsam leben kann. Vor allem, nachdem man so viel mit anderen Menschen herumgereist ist und zusammen so viel erlebt hat.

Marlis, die aussieht wie eine alte Indianerin (und früher ein wenig wie Pocahontas), lebt ohne Internet, ohne Handynetz, ohne Fernseher und ohne Musik. Man wird kein Spiel oder irgendein Unterhaltungsmedium (abgesehen von ein paar Büchern, die sie aber alle loswerden will) in diesem Haus finden. Das Einzige, was die ca. 80 Jährige zum Kommunizieren benutzt ist ein Faxgerät. Eigentlich hätte sie auch ein funktionierendes Festnetztelefon, aber wenn dieses klingeln sollte, geht Marlis seit Jahren nicht mehr dran. Sie hat auch noch einen 15 Jahre alten PC, der aber eigentlich zu gar nichts mehr zu gebrauchen ist. Marlis liebt die Einsamkeit und ich habe keine Idee, warum sie dem WWOOFing beigetreten ist. Einkäufe werden nach Hause geliefert, sodass sie nicht in die Stadt fahren muss. Der Nachbar wurde erst einmal besucht und wiegesagt, Kommunikation per Telefon gibt es seit langem nicht mehr.

Doch durch einen sehr großen Zufall bin ich nun in der Lage, diesen Blog zu schreiben und Fotos hoch zuladen. Denn ich befinde mich momentan tatsächlich in einer Bücherei in Masterton. Marlis hat einen Termin beim Therapeuten und muss sich nun 3 Mal in die Stadt wagen. Ich habe so die Möglichkeit meine Mails zu checken oder Kontakt zu sonst irgendwem aufzunehmen.

Ich habe nach 3 Tagen bei der runaway Lady festgestellt, dass ich hier nur bis Samstag bleiben werde, um noch ein wenig herum zu fahren und etwas von Wairarapa bzw. Wellington zu sehen. Samstag gucke ich mir dann doch auch noch den Hobbit an, da ich an diesem Tag im Auto schlafen werde und sich Kino am Abend irgendwie anbietet. Auch wenn ich die Person zum größtem Teil bewundere und ihre Geschichten sehr gerne anhöre, ist mir dieser Ort einfach ein wenig zu einsam. Diese Einsamkeit passt nicht zu dieser Frau und jeder Moment kommt einem total komisch vor. Es fällt mir nicht einfach diesen Charakter zu beschreiben, da er sehr vielschichtig ist und viel zu erzählen hat.

 

Also werde ich am Samstag nach Porirua fahren, einen freien Campground suchen, Sonntag ein Hostel testen und Montag nach Otaki zu Susan und Marin D’Souza fahren…So kann ich noch ein wenig was von Wellington und Wairarapa sehen, was auch eins der Ziele ist.

 

So, nun muss ich den Stecker ziehen und alle Kabel kappen. Es geht zurück zur 3557 Western Lake Road.

Was Marlis jeden Abend Hände winkend zu ihren Blumen sagt, sage ich nun zu euch.

Good bye.

Im Süden der Nordinsel; Im Norden von Wellington.

Sonntag, 01.12.2013

 

Wie versprochen der nächste Blogeintrag, wenn auch ein wenig verspätet.

Die letzten Tage auf Rosemarys Farm waren manchmal ein wenig verregnet, aber dennoch super (am Abend ist  die Sonne trotzdem immer wieder hervor gekommen). So konnten wir zwar nicht die Kanutour machen, aber Rosemary hat uns eingeladen auf der Rückreise bei ihr vorbeizukommen und ein paar Tage zu bleiben. Die zwei Wochen auf der Farm waren genial und sehr gesund/vegetarisch. Ich habe mich fast so vegan wie die Wuppertalerin ernährt. Zwar habe ich morgens Käse gegessen, aber dafür habe ich die 2 Gläser Honig (1 Kilo!) ganz allein Hannah überlassen. Ihr Argument, dass sie Honig aufs Brot schmieren als ethisch richtig empfindet ist auf den Geschmack zurückzuführen. So würde sie kein Ei von ihren eigenen, friedlich gehaltenen Hühnern essen, aber Honig, da ihr Honig halt gut schmeckt…

So, das Kapitel „bizarre Hannah“ ist seit Freitag 12:00 Uhr abgeschlossen. Das war der Zeitpunkt, an dem ich sie in der National Park Village rausgelassen habe, nachdem wir uns von Rosemary verabschiedet und bedankt haben. Die Fahrt durch die Berge im Zentrum der Nordinsel war ein wenig abenteuerlich und ich bin froh, dass das Auto noch ganz zu sein scheint. Doch natürlich war die Strecke wieder einmal wunderschön.

Nachdem ich das Nationalpark-Gebiet verlassen hatte, bin ich auf den Highway Richtung Wellington aufgefahren. Nach einem unglaublich langen Stau in Levin (kurz vor Waikanae) bin ich dann um ca. 6:00 Uhr abends bei Jacki Holland in der Kea St. 3 angekommen. Es ist wieder eine ältere, allein lebende Frau, die ein B&B betreibt. Es ist ein ziemlich luxuriöses Haus mit gigantischem Ausblick. Mit ihr lebt ein 4 Jahre alter Golden Retriever (ich glaube es ist ein golden retriever) namens Kathy und der schwarze Kater Houston. Beide sind extrem lustig und mögen Gesellschaft.

Für das Wochenende lebt Jackis Freundin aus Auckland hier (Jill) und so erfahre ich viel über ihre Zeit in den 60ern. Mein Zimmer   ist ein ausgesprochen Schönes, da ich durch die riesen Fenster unter einem magischen Sternenhimmel einschlafen kann. Und morgens weckt mich die Sonne. Außerdem kann ich aus meinem Fenster die Umrisse des Strandes sehen und die Südinsel im Hintergrund. Die Südinsel ist auch eigentlich nur eine halbe Stunde mit der Fähre entfernt, aber da die Fähren extrem langsam durch die Sounds fahren, dauert die Überfahrt 4 Stunden…

Die Landschaft ist natürlich starker Kontrast zum letzten Ort. Es gibt viele Orte, die auch schon ziemlich groß sein können. Man hat überall Netz, unbegrenzt WiFi und viele Autos. Diese beiden Orte kann man nur schwierig vergleichen, aber Rosemarys Farm war sehr viel friedlicher und vermutlich auch gesünder. Doch dieser Ort, an dem ich jetzt noch eine Woche verbleibe hat eine wunderbare Küste und starke Sonnenuntergänge. Jacki ist eine ausgesprochen nette Frau, bei der man sich als WWOOFer sehr wohl fühlt.

Meinen ersten Abend haben wir mit leckerem Essen und Rotwein ausklingen lassen. Es sind 4 Wochen vergangen, in denen ich keinen Schluck Wein getrunken habe. In den letzten 2 Wochen habe ich kein Fleisch (außer an einem Tag) und kein Alkohol zu mir genommen. Verrückt. Samstag haben wir mit Müsli, Rhabarber und Toast begonnen…und neuem Chutney! Dieses Mal stehen Mango und Pflaumen Chutney auf dem Tisch: GEEEENIAL! An dieser Stelle muss ich auch noch einen peinlichen Fehler berichtigen. Das berühmte, fantastische Chutney, welches ich bei Rosemary und in Whitianga genossen habe ist keines Falls Feigen Chutney. Es ist Feijoa Chutney, also mit Guave Frucht…aber Feigen Chutney soll es auch irgendwo geben.

Meine Arbeit findet im kleinen Garten statt. Es ist schon absurd, dass ich von einem kleinen Garten spreche, da er bei uns wohl als ziemlich groß gelten würde. Aber im Gegensatz zu den letzten Farmen ist das hier tatsächlich klein. Doch natürlich gibt es Apfel-, Orangen-, Zitronen-, Oliven-, Guave- und Nussbäume. Auch Gemüse und Erdbeeren sind vorhanden. Jedoch alles in einer etwas kleineren Dimension. Ich darf am ersten Tag das Bewässerungssystem reparieren und säubern. Es ist realtiv leichte Arbeit. Dann geht es wieder einmal ans Unkraut vernichten…Aber mit Musik in den Ohren kann das „Weeding“ eine ganz nette Angelegenheit sein. Am Nachmittag (nach sehr leckerem Lunch) fahre ich an den Strand. Es ist so windig, dass dieser Tag kein Guter ist, um an den Strand zu fahren. Ich habe ja noch genug Zeit um den Strand bei mehr Sonnenschein zu genießen. Und während ich diesen Text schreibe, scheint die Sonne verdammt stark, also werde ich gleich wohl mal zum Strand fahren…Fotos vom Meer also später.

Vor dem Abendessen gibt es noch eine kleine Amüsante Sache festzustellen. Ich dachte zwar, dass es hier in Neuseeland so gut wie alles an Nahrungsmitteln gibt (da sie hier echt alles anbauen können), doch eine Sache gibt es hier nicht. Und das ist eine größere Variation an Käsesorten. In einem Land, welches mehr als 40 Millionen Kühe hat, ist es doch ein wenig komisch, dass man hier eigentlich nur Cheddar verzehrt. So kam es gestern vor dem Abendessen zu einer Art Käseplatte, die von den beiden Damen sehr genossen und gelobt wurde. Die Käseplatte bestand aus Gouda, Edammer und Maasdammer…

Und wo wir gerade beim Neuseeländischen Essen sind, schreibe ich hier einmal die Sachen auf, die ich in Deutschland fortführen muss!:

Mehr Kürbis-/Süßkartoffelrezepte (asiatische Gerichte), ganz viel Chutney (am liebsten Feijoa Chutney)  machen, geröstetes Müsli selbst herstellen, Lemon&Ginger-Tea, gebratene Pastinaken!! und dann die ganz vielen Ginger Kreationen. Ich wusste echt nicht was für leckeren Kuchen und Marmeladen man aus Ingwer machen kann…ein fantastisches Gewürz!

Der Abend endet mit Wallander (eigentlich ziemlich gut!) und es stellt sich heraus, dass Skandinavische Filmproduktionen hier willkommen sind. So erzählt Jill von „The Bridge“ (sehr guter 4 Teiler aus Schweden) und vielleicht gucken wir die DVDs später. Zusätzlich hat Jacki ein paar gute LPs (Beatles, Cash, Dylan…).

 

Sonntag wollte ich mir eigentlich eine Gitarre in der nächsten Stadt kaufen, jedoch gibt es den Music Store dort nichtmehr und ich muss morgen in einen 30km entfernten Ort fahren, damit ich endlich in meiner Freizeit üben kann…

Bis jetzt habe ich meine Zeit bis zum 13. Januar geplant (Marlborough Sounds). Ich habe zwar schon viele Mails an Hosts aus Kaikoura, südlich von Marlborough gesendet, doch bis jetzt sieht es eher schlecht aus. Wenn ich bis Mittwoch keine Zusage habe, plane ich um und reise erst die Westküste entlang (also Nelson/ Golden Bay), dort gibt es auch deutlich mehr Farmen und es wird einfacher sein, einen Ort zum WWOOFen zu finden.

 

So, ich das war es jetzt erst Mal von mir und ich melde mich wieder, wenn etwas Neues passiert ist. Fotos werden im Verlauf der nächsten Tage hochgeladen.

-----Edit: Das Wetter ist seit Sonntag richtig gut (keine Wolke am Himmel und irre heiß) und ich war nun endlich am Strand . Werde dort auch mein Hostel für Silvester buchen, da dieses ein Parkplatz hat und eine absolut geniale Lage. Außerdem habe ich heute eine Gitarre gekauft und kann nun in meiner Freizeit ein wenig herum üben. -----

Alles Gute nachträglich zum Geburtstag Oma! und viele Grüße nach Bochum, Hattingen und Essen. Achja, einen fröhlichen 1. Advent! Diese Sache gibt es hier wohl nicht..:-), und den leckeren Stollen gibt es hier natürlich auch nicht. Wäre jetzt schon was Feines, so ein Stollen...

Bis dann,

Daniel.

Über die Farm, Neuseeland und das perfekte Leben

Dienstag, 19.11.2013

 

Ich dachte, dass ich mit meinem letzten Blog eigentlich genug über diese Farm geschrieben hätte. Doch natürlich hatte ich an meinem 2. Tag nicht einmal ein Viertel von der Farm gesehen. Wenn man das hier überhaupt „die Farm“ nennen kann. Rosemary Steele lebt seit einem Jahr in dem schönen Haus, auf der anderen Seite des Tals und genießt ein sehr friedliches, ruhiges Leben. Und damit meine ich nicht, dass hier so gut wie kein Auto langfährt.

Wo fange ich an…. 

Die Farm auf der Oio Road ist natürlich nicht die Einzige. Es leben ca. 20 Leute in diesem Tal, bzw. „Gebirge“. Diese Leute kennen sich alle sehr gut, da die meisten von ihnen mit einander verwandt sind. Eine ziemlich zentrale Rolle spielt dabei Rosemarys Bruder, welcher übrigens auch die Brücke gebaut hat…Die Bewohner dieses Ortes jenseits der Zivilisation leben in einer Art Kommune. Sie tauschen ihre selbstangebauten Lebensmittel miteinander und helfen sich gegenseitig aus. Dabei stehen sie den ganzen Tag über in Kontakt miteinander per Funkstation. Während ich diesen Text schreibe, höre ich eine Frauen- und eine Männerstimme aus dem Lautsprecher mit einander kommunizieren. Es geht dabei darum, die Schafe von einem Feld (und mit Feld meine ich eine riesen Fläche, welche oft aus den großen Hügeln besteht) ins andere zu leiten.

Wenn ich aus dem Fenster über die Veranda gucke, sehe ich Rehe den Berg hinauf rasen.

Wenn ich den Weg entlang laufe, begegne ich Schafen, Kühen und Pferden, die alle der Kommune angehören. In Rosemarys Garten sind die üblichen Gemüse und Obstsorten, die der neuseeländische Farmer so anbaut…und da Rosemary sehr, sehr selten einkauft, wird hier vieles selbst hergestellt. Jeden zweiten Abend backen wir zum Beispiel 3 wundervolle Brote oder backen veganen Kuchen (da Hannah vegan ist) mit den Früchten aus dem Garten. Warum geht Rosemary nicht oft einkaufen?

Dieses Haus ist ca. 1 Stunde vom nächsten größeren Ort „Owhango“ entfernt. Doch leider hat dieser Ort gerade einmal ein Café und einen mini Shop in dem man nicht wirklich was Vernünftiges bekommt. Der Laden im Nationalpark ist auch nicht wirklich passend…wie diese Läden da halt so sind.

Also muss man zum Einkaufen 1 ½ Stunden die enge Straße entlang fahren, bis man einen normalen Supermarkt erreicht. Dort werden dann große Vorräte an Mehl, Zucker und am Freitag Sojamilch gekauft. Denn Mehl und Zucker sind die Sachen, die hier nicht selbst hergestellt werden können und so sieht man hier im kleinen Zutatenregal ein paar 5 Kilo Säcke an Mehl und Zucker herumstehen.

Der Rest, also Fleisch, Eier, Milch, Obst und Gemüse kommen direkt von der Farm.

 

Meine Aufgaben auf dieser Farm sind von Tag zu Tag unterschiedlich. Heute haben wir wuchernde, große Pflanzen mit viel zu langen Wurzeln entfernt, welche jetzt darauf warten verbrannt zu werden. Ich werde hier auch bald wieder auf einem Rasenmäher-trecker umher fahren dürfen. Ansonsten durfte ich schon ein Lamm retten, was beim Verlagern der Schafe ins andere Feld vergessen wurde und nach seinen Eltern rief. Dabei lief es immer um einen Hügel herum und stürzte sich auf seinen wackeligen Beinen die Hänge hinunter bis es irgendwann im Gestrüpp gefangen war. Jetzt ist es wieder bei seinen Eltern, die von einem anderen Berg immer nach dem Kind riefen…ein interessantes Erlebnis, wie die Schafe nur mit einem „Mäh“ miteinander kommunizieren können.

 

Das Essen ist hier eigentlich wie überall auf den Farmen in Neuseeland, außer dass es hier halt noch frischer ist. Morgens gibt es das selbstgebackene Brot (schmeckt schon fast wie Kuchen) mit den herrlichen selbstgemachten Aufstrichen. Ich vergöttere die Gläser mit der Aufschrift: Feigen-Chutney…unglaublich lecker. Dazu gibt es noch leckeres Müsli mit Joghurt und Apfelmus: Lecker!

Um 11 gibt es dann eine kurze „Morgen-Tee-Pause“ zwischen der Arbeit im Garten. Danach um 12 gibt es wie immer Lunch. Das bedeutet das Brot wird weiter gegessen und dazu gibt es oft noch den Rest von Gestern.

Das Abendessen ist immer etwas leckeres Selbstgekochtes. Und die Variationen der Mahlzeiten sind fantastisch. Es gab schon Veganen Eintopf,  Wraps, Hühnchen und Artischocken mit Dip. Dazugibt es  natürlich immer viel Gemüse und Beilagen, damit die Wuppertalerin auch satt wird.

 

Ich könnte mal wieder viel mehr zum Essen und den Gerichten schreiben, aber das ist mir momentan zu aufwendig, da ich sehr ins Detail gehen müssteJ Also belasse ich es einfach bei: Lecker.

 

Heute habe ich sehr viele Fotos und ein paar Videos gemacht, weil ich um 5 Uhr morgens auf den Hügel gegangen bin, auf dem die Rehe stehen um den Sonnenaufgang überm Tal zu sehen. Es war extrem schön, weshalb ich jetzt zu viele Fotos habe….

Doch ich werde die Fotos leider in den nächsten 12 Tagen nicht komplett hochladen können, da es dann sehr teuer für Rosemary wird. Denn ihr Datenvolumen ist so gut wie aufgebraucht.

Deshalb ist das auch erst einmal mein letzter Blogeintrag für diese Farm. Ich führe weiterhin Tagebuch und werde auf meiner nächsten Farm in Wellington den Blog mit allen Ereignissen erneuern.

Wie geht es nach Wellington weiter?

Ich habe gestern die (sehr teure) Fähre auf die Südinsel gebucht. Am 2. Januar darf ich um 01:00 Uhr morgens die Fähre betreten und ab 02:00 am. 4 Stunden lang nach Picton fahren. Von dort fahre ich dann nach Havelock in das Blue Moon Hostel, damit ich am 03. Januar das Wassertaxi durch die pelorus Sounds fahren kann um meine nächste Farm zu erreichen. Diese Farm wird ein unglaubliches Erlebnis. Hier ist der Link, damit ihr wisst, was ich meine:

 http://www.tira-ora-estate.com/

So, das war es erst einmal. Ein Bild von den Rehen, eins vom Haus und eins von einem schönen Baum müssen vorerst genug sein. Es tut mir leid.

 

Edit:

Wir können wieder ein wenig mehr im Internet sein und ich nutze die Chance um diesen Beitrag ein wenig abzudaten.

Vorweg: die Farm in den Marlborough Sounds ist leider Geschichte, weil mein Ankunftsdatum auf der Südinsel sehr ungünstig und letztendlich zu teuer war, um auf die Insel zu gelangen. Also habe ich nun eine neue (auch wunderschöne) Farm auf dem French Pass. Also keine Insel, aber direkt an der bezaubernden Küste. Dort werde ich dann 10 Tage, ziemlich Isoliert von der Außenwelt bleiben.

 

Nun zur aktuellen Lage. Wie schon am Anfang erwähnt ist die Gegend sehr magisch, da die Natur einfach so viel verschiedenes (Neues) bietet. Ich sehe jeden Tag neue Vogelarten (heute war ein Eisvogel direkt vor mir) und ich lerne immer neue Sachen über diese Kommune. Man könnte vermutlich ein Buch über die Geschichte dieses Ortes schreiben. Rosemary erzählt mir bei der Arbeit immer von den Leuten hier und wie das Konzept der Kommune ist. Das mit dem Tauschen der Lebensmittel ist meiner Meinung nach das Schönste an der ganzen Sache.

Nun aber der leicht bittere Beigeschmack dieser Farm. Und der kommt nicht aus Neuseeland, sondern von der anderen Seite des Planeten, ebenfalls aus Deutschland. Am Anfang dachte ich noch, dass Hannah aus Wuppertal ziemlich in Ordnung ist. Doch mit der Zeit hat sich das Bild leider stark verändert. Ich hasse es, dass ich hier jetzt über diese Person herziehe, aber ich kann irgendwie nicht anders, da ich es doch irgendwie loswerden muss.

Die Deutsche lebt nach den Prinzipien: "Nimm dir alles was du bekommen kannst. Mehr ist besser und mehr bedeutet: Mehr als die Anderen. Das heißt, sie isst und isst und isst den lieben langen Tag. Zwar ist sie vegan, aber es gibt halt doch verdammt viel, was man als Veganer alles aufessen kann. Und mir kann es egal sein, wie viel sie in sich hinein stopft, doch auf Farmen wie dieser, sollte man nicht nach dem "All you can eat" - Motto leben. Es ist immer wieder unangenehm, wenn wir im Garten arbeiten und Hannah ins Haus verschwindet um vom Kuchen zu essen (sie hat es geschafft den Schokokuchen für Rosemarys Geburtstag in 2 Tagen so gut wie alleine aufzuessen) oder dem Lunch. Das mit dem Teilen findet sie wohl einfach nicht so reizend, weshalb sie eigentlich immer nur an sich selbst denkt. Wenn es nicht ums Essen geht schweigt sie vor sich hin oder verschwindet in ihr Zimmer. Und auch wenn das jetzt ätzend oberflächlich und "falsch" klingen mag, so glaube ich, dass das wieder mal ein absolut deutsches Phänomen ist. Die Franzosen in Whitianga waren aufjeden Fall schonmal komplett anders.

 

 

Trotzdem, Alles in allem genieße ich die Momente im Garten, wenn es nicht ums Essen geht. Zum Glück sind das ziemlich viele Momente und ich kann die Zeit als wirklich schön beschreiben.

(Pferd mit anderem Pferd auf dem Rücken )

 In den letzten Tagen haben wir Tomaten und Bohnen angepflanzt und neue Beete im Garten erstellt. Die Tage hier werden von Tag zu Tag heißer, bedeutet wir haben um die 30 Grad momentan. Zwischendurch wird immer ein wenig Obst geerntet (fürs Müsli, für den Nachtisch, Limonade oder einfach so zum Essen). Übrigends wird hier sehr viel antibakterieller Honig hergestellt (Manuka Honey).

Am Donnerstag machen wir vermutlich noch eine kleine Kajak-Tour und fahren mit dem Jetboat. Freitag geht es dann weiter nach Wellington (5 Stunden Fahrt).

Ich kann jetzt ein paar weitere Fotos hochladen, die jedoch alle nicht wirklich zeigen, wie wundervoll diese Gegend ist.


Viele, viele Grüße aus dem Sommer,

Daniel.

Für 2 Wochen mitten in der Natur

Sonntag, 17.11.2013

 

Ich verlasse am 16.11.13 die Farm bei Jennifer Atkinson in Huntly. Es gibt noch kurz ein paar Sandwiches, Fotos werden ausgetauscht und dann mache ich mich auf den Weg Richtung Süden. Erst fahre ich wieder den Highway S1 entlang, der eigentlich weniger spannend ist.

Doch nach 2 Stunden merke ich langsam, dass ich durch immer weniger Orte komme und die Autos vor mir auch weniger werden. Ich fahre am Tongariro (ich hoffe ich habe den Namen richtig in Erinnerung) Nationalpark entlang. Die Natur hier ist der Wahnsinn und ich liebe es diese Straße entlang zu fahren. Dann kommt irgendwann die Oio Rd, auf der Rosemary Steele lebt. Allerdings hat sie die Hausnummer 3998 und ich fahre eine weitere Stunde einen völlig einsamen Schotterweg entlang. Während ich das atemberaubende Tal am Abhang neben mir bestaune, frage ich mich ob AA mir hier auch die Reifen wechseln würde, wenn ich einen Platten hätte. Der  AA Typ täte mir in diesem Fall wirklich leid, denn die Oio Road führt immer tiefer ins Nirvana. Jennifers Haus war dagegen mitten in der Zivilisation.

Schließlich komme ich bei Hausnummer 3998 an, der "Retaruke"-Station. Ich passiere ein kleines Gate und stehe plötzlich vor einer wunderschönen Holzbrücke, ca. 40 Meter über einem Fluss, welcher sich seinen Weg durchs Tal bahnt. Langsam überquere ich die Brücke und halte vor Rosemarys Haus, das natürlich ebenfalls eine Augenweide ist.

Rosemary ist ca. 60 (wie fast alles Hosts, bei denen ich lebe), ich bin ihr 92. WWOOFer und aktuell sind 3 andere WWOOFer bei ihr.

Leider sind sie alle verdammt deutsch (Hannah aus Wuppertal, Basti und sein Freund aus Dortmund) und verhalten sich auch so. Ja, Vorurteile sind doof, aber die 2 Fußballer sind das, was ich mir unter dem "typischen Deutschen" vorstelle und das ist weniger schön. Doch die beiden fahren morgen zum Glück weiter um sich in Wellington mit einem Bayer zu treffen, damit sie zusammen das Fußballspiel des Jahrtausend angucken können, was man auf garkeinen Fall verpassen darf (halt der typische "Fußball ist mein Leben"- Deutsche...). Warum sie in Neuseeland sind? I don't know...

  Also werde ich die nächsten 2 Wochen mit Rosemary und Hannah in dem Haus am Tal wohnen, abgeschieden von Zivilisation und Netz (doch sie hat begrenztes WiFi). Wie schon gesagt, die Natur ist unglaublich hier und ein wenig anders als in den bisherigen Orten. Klar, alles ist wie immer quietsch Grün und Hügelig, doch hier ist deutlich mehr Flora und Fauna. So passieren Fasane, Schweine, Katzen, Rehe und Lämmer die Straße und man muss höllisch aufpassen, dass man keines der Tiere mit dem Auto erwischt.

Die Farm ist ca. 1 Hektar groß (vermutlich liege ich komplett daneben), hat viel Obst und Gemüse im Garten und eine nette Veranda. Gekocht wird mit einem Ofen, der gleichzeitig zum Heizen da ist.

Am Abend meiner Ankunft fahren die beiden deutschen „Fußball ist unser Leben“-Wwoofer mit mir zur Gaststädte ein paar Kilometer die „Straße“ entlang. Dort treffen sich wohl 2 Mal in der Woche die Leute aus der Umgebung und trinken ein paar Bier. Jeder kennt dort natürlich jeden und wie immer sind sie alle sehr freundlich. Es gibt ein Lagerfeuer und Gitarrenmusik mit eigentlich ziemlich gutem Gesang. Ein schöner erster Abend. So viel besser als meine letzten Abende…

Eine alte Kaputte Brücke vor dem Garten. Die Army hat sie gebaut und sie hat nicht lange gehalten...Ein Mensch ist dabei gestorben, als er mit seinem Auto über die Brücke gefahren ist.

Was ich auf dieser Farm an Arbeit machen werde, weiß ich bis jetzt noch nicht, aber sie wird mit Sicherheit anders sein als auf den vorigen Farmen.

Für Weihnachten habe ich jetzt auch schon eine Farm in Wellington. Das bedeutet ich habe bis kurz vor Silvester Unterkünfte zum Schlafen, Essen und Arbeiten. WWOOFing lohnt sich!

 

So ich hoffe das Datenvolumen ihres Internets ist jetzt noch nicht aufgebraucht.

 

Bis dann,

Daniel.   

Waikato: Blackwaterrafting und mehr

Dienstag, 12.11.2013

 

 

Seit 9 Tagen lebe ich nun mit der Frau Jennifer Atkinson auf einer Farm, welche sich einerseits zwar als nett, andererseits aber als ein Charakter mit komischen Eigenschaften herausgestellt hat.

Da ist zum einen auf jeden Fall die Sache mit den Hunden zu erwähnen. Momentan hat Sie 2 Hunde (Afghanen) in ihrer Garage eingesperrt. Sie sagt zwar, dass sie Hunde liebt, aber da diese Hunde ganz allein zum Präsentieren auf zahlreichen bescheuerten Hundeshows „nützlich“ sind, zweifle ich diese Liebe mal ein wenig an. Wenn ich Tagsüber im Garten bin und zum Beispiel den Rasen mähe und irgendwann in Sichtweite der Hundekäfige komme, überkommt mich ein schlechtes Gefühl. Denn dann fangen die Hunde an zu bellen und zu jaulen, laufen in ihren verdreckten 4 Quadratmetern Außengehege hin und her und springen dabei andauernd an die Käfigwand. Ich kann noch nicht einmal sagen, wie es den Hunden geht. Natürlich geht es ihnen nicht gut, aber man weiß auch nicht wie „trainiert“ sie schon sind…Auch wenn Jennifer eine wirklich sonst nette Frau ist, dass mit den Hunden versteht sie meiner Ansicht nach falsch…Hier ein sehr ironisches Schild über der Eingangstür:

 

Die andere Sache ist das mit dem Reden. Wie schon im Bericht davor erwähnt: Diese Dame redet eindeutig zu viel! Wenn wir abends einen der zahlreichen „romantic-comedy“-Filme aus ihrer trash-Filme-Sammlung gucken (Sie nennt sie die „good ones“, welche sie aus dem Warehouse hat, wenn es dort wieder Sonderangebote gibt), dann redet sie mindestens den halben Film über durch. Auch wenn es bei den meisten dieser Filme überhaupt nichts ausmacht, wenn man die Hälfte verpasst, so ist es doch schöner den Film zugucken, als Jennifers echt langweilige Geschichten zu hören…Das gute an der Sache ist: Ich kann mir sicher sein, dass ich immer nur „ok“, „aha“ und „oh“ sagen muss, da es niemals zu einer Frage kommen würde und alle Geschichten immer großartig sind...So kann ich mich doch oft auf nur eine Sache konzentrieren, was dann meistens der Film ist.

 

Soviel zu Jennifer Atkinson.

Die Zeit hier ist trotzdem wunderbar. Denn wenn ich abends auf die Farm gucke und daran denke wie sie aussah, als ich hier hingekommen bin, dann bin ich sehr zufrieden. Wir haben sehr viel verändert und verbessert. Das Haus sieht ein wenig ordentlicher aus und die Felder sind wieder schön (gemäht und ohne Unkraut). Das ist auch ein toller Effekt des WWOOFens: Man sieht wie die Farmen sich verändern. Eine tolle Sache.

Außerdem habe ich hier wirklich viel Freizeit, was eine doch nette Geste von Jennifer ist.

So war ich heute in Waitomo Caves, etwa 2 Stunden südlich von der Farm und habe mit 4 anderen Engländerinnen und 2 Kiwis eine 4 Stündige Black-Water-Rafting Tour gemacht. Und diese 4 Stunden waren einfach nur der Fabelhaft.

Ich lade einfach die Bilder hier hoch, die der Guide für uns gemacht hat (sind also NICHT meine eigenen Bilder) und belasse es dann dabei. Denn man kann diese Tour wirklich schwer beschreiben. Der Spalt, welchen man am Anfang hinunter abgeseilt wird, ist 35 Meter tief. Und das Licht ist einfach nur wunderschön, genau wie die zahlreichen Glühwürmchen in den Höhlen….

Samstag geht es weiter in den Süden nach Owhango. Dort bleibe ich 2 Wochen und reise dann nach Wellington…Es folgen ab Owhango wieder längere Berichte.

Viele Grüße aus dem sonnigen Neuseeland,

Daniel.

 

 

 

 

 

 

 

Bellende Hunde im Nirvana

Dienstag, 05.11.2013

 

Seit gestern bin ich nicht mehr in Whitianga. Der Abschied tat weh und war der einzige unangenehme Moment in den 7 Tagen bei Hal und Sue. Jetzt bin ich in North Waikato (in der Nähe von Huntly) und spüre, wie gut ich es die vergangene Woche hatte. Das bedeutet nicht, dass es mir hier nicht auch sehr gut gefällt, aber Whitianga war schon etwas sehr besonderes und ich erwarte nicht, noch einmal so ein großes Glück hier zu haben. Also schließe ich das Kapitel WHITIANGA mit positiven Erinnerungen ab und schreibe neue Zeilen.

Die „Farm“ von Jennifer Atkinson (zu der Person komme ich später) ist ziemlich abgelegen. Man fährt ca. 30 Minuten eine einsame Straße (Glen Murray Rd) entlang bis man zu einem kleinen Briefkasten mit der Nummer 880 kommt. Hinter einem Tor befindet sich dann ein kleines Haus, umgeben von sehr vielen Pflanzen, auch Unkraut genannt.

Ich komme also um 16:30 bei Jennifers Farm an. Keiner ist da, ich begebe mich hinter das Tor und werde von zwei bellenden Hunden angebellt, welche eingesperrt in einer zusätzlichen Garage leben. Da anscheinend auch keiner in dem ziemlich verlassen aussehenden Häuschen ist, fahre ich Richtung Huntly. Die Gegend ist wie immer sehr grün und wunderschön. Es stimmt übrigens, dass man sich hier überall ein wenig wie in Mittelerde fühlt.

Um 17:30 komme ich zurück zum Haus und das Tor steht offen. Jennifer ist da. Eine ca. 40 jährige Frau, die es mag sehr viel zu reden. Um das zu merken muss man nur 5 Minuten mit ihr verbringen. Wobei es unmöglich scheint nur 5 Minuten mit ihr zu verbringen, da sie einfach nicht aufhört zu reden. Es wird von Thema zu Thema gesprungen ohne eine kurze Pause zu machen. Es gelingt ihr einfach phänomenal Übergänge von einem Thema zum Nächsten zu finden. Die meisten Gespräche führen sehr schnell zu ihrem Lieblingsthema: dem Hund. Es ist eigentlich ziemlich egal, was für eine Frage man stellt oder was man für eine Antwort auf eine ihrer seltenen Fragen gibt. Fragt man sie, wo sie denn schon überall war, kommt kurz eine Antwort der bereisten Länder, welche dann auch schon der Übergang zum Thema Hund ist, da sie in jedem Land mindestens eine Hundemesse oder sonst irgendeine Hundeveranstaltung besucht hat. Der Afghane ist übrigens glaube ich ihr Lieblings Hund. Und während sie mich am Abend zu textet, läuft im Fernsehen eine Art Supertalent. Der Fernseher wird reflexartig lauter gestellt, als eine junge Asiatin die Bühne betritt. Doch natürlich ist die Dame nicht allein, sondern hat einen dressierten Vierbeiner im Schlepptau mit dem sie über die Bühne tanzen wird. Etwas gaaaanz Tolles wie Jennifer feststellt. Ich habe keine Ahnung wie toll das ist und tue einfach so als wäre ich beeindruckt. Auf die stumme Tour. Das Reden überlasse ich der Frau neben mir auf dem Sofa.

 

Die Farm an sich ist ca. 1 Hektar groß. Es leben dort 2 Schafe , ein Lamm , eine Katze namens „Ghost“ und die 2 Hunde. Der Ausblick vom kleinen Holzdeck ist wunderschön. Man guckt über eine Art „Tal“, welches natürlich quietsch grün ist. Man kann ca. 30 Kilometer weit sehen, wo ein kleiner Berg herausragt. Auf diesem Berg wohnt Jennifers Mann. Wie die Beziehung zwischen den Beiden ist weiß ich nicht.

Meine Arbeit auf der Farm besteht darin Gras zu mähen (Sie hat einen Rasenmäher, auf dem man sitzen kann), das viele Unkraut zu beseitigen und ein Auge auf die Tiere zu haben.

Ansonsten möchte Jennifer, dass ich hier so viel wie möglich rumreise. Sie hat mir schon eine Menge an Prospekten gegeben. So werde ich in den nächsten Tagen wohl die Glühwürmer Tour machen (Blogeintrag wird folgen) und das Blackwater Rafting.

Wir lassen den zweiten Abend mit Star Trek ausklingen. Ein viel zu langer Film, der erst um kurz vor 12 endet…

Heute, am 05. November (remember, remember…!!!) fahre ich nach Hamilton. Ich brauche ca. 40 Minuten bis ich in der ziemlich großen Stadt bin. Sie ist nicht sehr schön, aber ich finde einen Laden, in dem ich mir zum Geburtstag die Glen Miller Essential CD kaufen kann. Danke!

Jetzt habe ich endlich etwas Neues zum Hören im Auto.

Für die erste Dezember Woche habe ich jetzt auch schon eine Farm in Wellington. Das bringt mir wieder ein wenig mehr Zeit, um eine gute Farm für die darauf folgenden Wochen zu finden.

Heute Abend gibt es hier vermutlich wieder ein Feuerwerk zu Ehren Guy Fawkes. Eine sehr schöne Sache, wie ich finde….

 

Danke für die ganzen lieben Glückwünsche! Viele, viele Grüße nach Bochum und Hattingen (Regine du würdest es hier ganz besonders lieben, da hier echt alles nach Herr der Ringe aussieht! Wenn ich momentan von der Veranda blicke, ist es als würde ich auf Hobbingen gucken. Nur die Hobbits fehlen…)

 So ich melde mich nach der Glühwürmchen Tour und dem Black Water Rafting!

Bis dann,

Daniel.

6 Tage in Whitianga

Donnerstag, 31.10.2013

 

 

 

Nun bin ich fast 6 Tage auf der Farm bei Hal und Sue in Whitianga und muss sagen, dass diese 6 Tage leider ziemlich schnell umgingen. Ein komplettes Kontrastprogramm zu der Farm in Thames. Es ist wirklich traurig, dass ich Sonntag diesen Platz verlassen werde, auch wenn ich mich auf die nächste Farm freue. Aber die Tage bei Hal und Sue waren einfach nur schön. Ich fühle mich hier wie zu Hause, merke, dass ich sehr willkommen bin und darf für ein klein wenig Arbeit im paradiesischen Garten in einem absolut genialen Haus wohnen.

Ich würde jetzt wirklich gerne die Situation hier beschreiben, aber es ist einfach zu schwierig die richtigen Worte zu finden. Die Atmosphäre gefällt mir richtig gut hier und ich denke, dass ich mich mit nur sehr wenigen Menschen so gut verstehen werde, wie mit Hal und Sue. Aber vielleicht werde ich ja hier noch weiterhin mit positiven Überraschungen beschenkt.

Nun kann ich ein paar Sachen zusammenfassen, damit man nachvollziehen kann, weshalb ich es hier so mag.

Die Leute: Ich lebe seit gestern mit Mirabel (eine 56 Jährige Französin aus der Bretagne, die ihr Leben lang rumreist), Sue und Hal (ich glaube 64 und 66) zusammen. Die Stimmung ist hervorragend. Es wird immer wieder zwischen Englisch und Französisch gewechselt und ich kann sogar ein wenig von Mirabels Sätzen verstehen…Zu Sue: Sie ist eine begnadete Köchin. Wenn sie nicht im Garten ist und ich vom „Weeding“ (Unkraut beseitigen) nach Hause komme, rieche ich jeden Tag einen neuen bezaubernden Duft. Dieser Duft stammt aus dem Wohnzimmer, was gleichzeitig Esszimmer und Küche ist (ein riesiges Zimmer, mit einer Art Bar und Kochfeld in der Mitte), da Sue vor dem Herd steht und sehr spezielle Sachen kreiert. Sie hat mir schon gesagt, dass sie mir ein paar Sachen zeigen wird um Leute zu beeindrucken, aber niemals werde ich jemanden so beeindrucken können, wie sie mich beeindruckt. Wenn sie nicht wunderbare Gerichte zum Mittag- oder Abendessen kocht, dann macht sie Desserts oder alkoholische Getränke. Da wären ihre Sorbets, Puddings, Kekse und Liköre. Alle Spezialitäten werden natürlich mit eigens angebauten Zutaten hergestellt. Feigensorbet, Zitronenpudding und Likör, Ingwerkuchen (die benutzen hier Ingwer eher für die süßen Sachen, welche richtig lecker sind), Himbeersorbet  etc. Ich würde am liebsten alles aufschreiben, was Sue in den letzten Tagen alles kreiert hat, aber ich tue mich schwer damit, alles richtig wiederzugeben. Ich kann nicht oft genug wiederholen, was für eine Wahnsinns Köchin Sue ist und was ich alles an interessanten Dingen übers Kochen erfahren habe.

Nun zu Hal. Hal ist in jeder Hinsicht ein toller Kerl. Wenn wir beim Essen sitzen und Hal seine selbst angebauten Chilischoten vor sich liegen hat, dann ist es immer wieder entzückend wie seine Augen aufleuchten. Chili muss ein sehr großer Teil seines Lebens sein. Er kreiert seine eigenen Chili-soßen (Hal’s bloody Hell, hab ich einmal großzügig über mein Essen geschüttet, was ich nach der ersten Gabel bereut habe) und packt auf jeden seiner Teller immer mindestens eine Schote. Die andere Sache ist der Wein. Hal liebt Wein. Er gibt zwar zu, dass er nicht sonderlich viel in die Weinsorten reininterpretieren kann, aber er ist immerhin Besitzer von einer riesen Weinplantage in Tasmania gewesen und hat nun ca. 1000 Flaschen an 2008er, 11er und 2012er Wein in seinem Keller. Und jeden Tag werden abends 2 Flaschen Wein getrunken.


Die Farm. Das Haus an sich ist der Wahnsinn. Aber ich will es auch dabei belassen, da es wirklich sehr modern ist. Am Anfang dachte ich, dass mich die Lage und die Verandas am meisten beeindrucken. Doch Mittwoch habe ich die Soundanlage kenne gelernt und muss nun meine Meinung revidieren. In die Decken sind im ganzen Haus Lautsprecher integriert, die kaum auffallen. Das gilt für drinnen und draußen. Seit vorgestern werden nun größtenteils die Beatles über diese wundervolle Anlage gehört, da ich die Musik aussuchen darf. Und siehe da: Ich lebe mit Beatle-Fans zusammen. Ich will hier echt nicht weg…

Den Garten könnte ich jetzt in Form eines 100-Seiten-Buches beschreiben; hätte ich die Lust dazu. Die Namen der Obstbäume würden wahrscheinlich schon 80 Seiten einnehmen. Ich weiß zwar nicht wie viele Obstsorten es gibt, aber ich weiß, dass hier ungefähr alle Obstsorten im Garten zu finden sind, die ich kenne. Hört sich unglaubwürdig an, aber diese Farm ist wirklich unglaublich. Die Neuseeländer haben das Glück, dass sie auf Grund ihrer Lage und dem daraus folgenden klimatischen Verhältnissen so gut wie alles anbauen können. Und aus den Früchten werden dann, Marmelade, Öle, Sorbets, Schnäpse etc. hergestellt. Am liebsten esse ich hier die Feigen Gerichte…

Der Gemüsegarten ist zwar nicht ganz so groß, hat aber auch eine Menge zu bieten. Und ich freue mich über jeden Tag, an dem ich dort Unkraut aus den Beeten beseitigen soll. So kann ich bei Sonnenschein in Ruhe (mit Musik in den Ohren) am Beet hocken und die bösen Wucherpflanzen herausrupfen. Die Beete sind durch einen Mittelgang durchtrennt. Dieser Mittelgang wird in ca. 5 Jahren ein Tunnel sein. Denn Hal und Sue haben Rosenbögen auf dem Gang platziert. Doch wachsen daran keine Rosen oder Wein. Nein, 10 verschiedene Apfelsorten wachsen dort dran und passen sich tatsächlich der krummen Form an.     Und wenn 2 verschiedene Sorten in der Mitte oben zusammentreffen und zusammen wachsen, entsteht eine neue Apfelsorte. Zusätzlich blüht der Gang komplett in weiß durch die traumhaft schönen Blüten. 

  Hier gelten schon die Möhren als Unkraut...

Vielleicht werde ich an einem der nächsten 3 Tage mal alle Pflanzen die hier wachsen aufschreiben. Denn es ist echt schwer zu glauben, was hier alles wächst.

Der Tagesablauf. In den letzten Tagen, wende ich mich immer mehr dem Weeding zu. Es ist sehr entspannend bei Sonnenschein und Musik in den Ohren ein wenig am Beet zu arbeiten.

Das Ganze in dem Wissen, dass oben im Haus ein warmer Tee oder Kaffee mit leckerem Essen auf mich wartet.

 Ansonsten wird hier wiegesagt Wert auf Essen und Wein gelegt und auch gute Musik (viel Jazz dabei, vor allem Glenn Miller). Die Geschmäcker unterscheiden sich hier eigentlich kaum und endlich treffe ich hier auch mal auf Leute, die ziemlich Welt offen sind und das absolute Gegenteil von konservativ.

 

Edit: Seit Gstern lebe ich hier nun mit 3 Franzosen zusammen. Das bedeutet es dringen mehr französische Sätze in meine Ohren als englische. Auch Sue spricht ein wenig französisch (leider mehr als ich...) und so wird hier beim Essen und arbeiten passiv gelernt, indem ich zuhöre. Wenn ich etwas verstehe, triumphiere ich innerlich und manchmal (wirklich selten) kann ich mit meinem sehr beschränkten Vokabular auch etwas auf französisch antworten, wobei man die Antworten im Deutschunterricht wohl als Elipsen bezeichnen würden (hoffe das ist jetzt richtig...peinlich wenn nicht)...

Ansonsten wird heute (Samstag) an meinem letzten Tag hier noch ein wenig die Gegend besichtigt und am Abend das Feurwerk (Guy Fawkes day, obwohl erst der 2. November und nicht der 5. ist) bewundert. Das Ganze natürlich mit einem rot glänzenden Glas in der Hand....

(kurzer Trip zum Hot Water beach)

Viele Grüße nach Hause!

Angekommen im Paradies

Sonntag, 27.10.2013

 

Zuerst ein Fazit: Die Woche bei den Zeugen Jehovas war (trotz teils erschreckenden Ansichten) toll. Ich hab super gutes Essen bekommen und Sonnenuntergänge gesehen, die man nicht oft beim Abendessen bewundern kann. Ich habe auch mein Wissen über religiöse Themen erweitern können, wofür ich im Nachhinein auch sehr dankbar bin. Ich kann mit Freude feststellen, dass mir die letzte Woche in jeglicher Hinsicht sehr gut getan hat.

Heute bin ich als gegen 2:00 pm in Thames losgefahren  (es waren ein paar Bibelfreunde zum Essen gekommen und so hat das ganze etwas länger gedauert). Die Strecke ging ca. 80 km nur die Küste entlang und allein die Autofahrt hat den Tag schon unvergesslich gemacht. Hinter jeder Kurve (und es waren sehr viele Kurven) hat die Natur eine neue Überraschung gebracht. Hinter jeder Kurve kamen neue, spektakulär grüne Hügel zum Vorschein, mit atemberaubenden Blick auf die Meerkulisse. Eigentlich müssten auf dieser Strecke schon viele Unfälle verusacht worden sein, nur weil die Berge, Vulkane, die Farben und Lichter mit ihrer Schönheit auf sich aufmerksam machen und die Blicke auf sich ziehen.

Nachdem ich einen kleinen Abstecher durch Coromandel Town gemacht habe, bin ich ca. um 16:30 in Whitianga bei Hal und Sue angekommen. Eine Farm mal wieder mitten auf einem schönen, grünen Hügel mit bezauberndem Blick auf das Meer. Das Haus ist eine Steigerung gegenüber des Luxus B&B aus Thames. Es ist eine Villa, mit riesiger Holz Veranda, viel Glas, großer Küche und vorallem: enorm beeindruckendem Weinkeller.

Hal und Sue waren ehemals Pilot und Krankenschwester. Dann sind sie nach Australien gezogen und haben auf einer Farm ihren eigenen Wein angebaut. Vor einem Jahr haben sie dieses schöne Haus gekauft und ihren Wein, tonnenweise aus Australien anliefern lassen.

Die beiden sind unglaublich freundlich und lustig. Sie versuchen so unabhängig wie möglich zu sein. Haben ihren eigenen Wasserspeicher (den Sues Mutter vor 2 Wochen ausversehen komplett leer laufen lassen hat und seit dem hat es leider nicht mehr geregnet), haben Solarzellen auf dem Dach und bauen ihr Gemüse und fast jedes Obst, das ich kenne wie sehr viele Neuseeländer selber an.

Ich habe den perfekten Tag getroffen um anzukommen. Heute ist "Weinprobe" mit einem anderen Paar. Der Mann ist auch Pilot gewesen. Sein Vater hat eine eigene Airline aufgebaut, hat Skilifts gebaut und Busse gekauft. Mir wurde schon angeboten in den nächsten Tagen mal eine Runde mit dem eigenen kleinen Flugzeug zu fliegen.

 

Nun denkt man, diese Leute sind reiche Unternehmer und man macht sich direkt ein Bild von ihnen. Doch diese Leute sind in dieser Hinsicht anders. Sie haben zwar eine Menge an Luxusgütern, wie ein tolles Haus und ein eigenes Boot.

Aber sie sind trotzdem sehr Bodenständig und offen für alles. Sie sind kritisch gegenüber ihrer eigenen konservativen Regierung, führen Diskussionen über die (nicht sehr geschätzen) USA, was mir sehr gefällt und sie haben ein großes Hintergrundwissen (auch auf kultureller Ebene)...Das macht die Gespräche hier sehr viel angenehmer als die mit den Bibelfreunden... 

Schon heute habe ich gelernt, dass ich unbedingt die Türkei sehen muss, dass der 2011er besser als der 2012er Wein ist, dass die Neuseeländer denken Pudel würde im Deutschen Paddel bedeuten, weshalb man davon ausgeht der Pudel wäre DER Wasserhund!. Ich habe neues leckeres Gemüse kennengelernt und neue Details über die Machenschaften der Ölindustrie erfahren. All das bei nur einem Essen. Doch das schönste an dem Essen war:

Ich musste vor dem ersten Bissen nicht so tun, als würde ich zu Jehova sprechen und ihm für das Essen auf dem Tisch und meine glorreiche Zukunft danken. Es wurde einfach angefangen...unglaublich.

 

Meine Aufgaben für die Woche bestehen bisher darin, morgens mit Hal angeln zu gehen und beim leeren des vielen Weins zu helfen. Ich denke beides wird eine angenehme Arbeit sein. Aber vermutlich wird noch mehr dazu kommen.

 

Edit: So heute kommen ein paar Bilder. Statt zu arbeiten wurde ich heute erstmal auf einen Flug mit Brians Cessna   mitgenommen. Brian hat uns nach Auckland und zurück geflogen. Ich durfte auch eine Zeit lang fliegen  und die Turbulenzen über den Bergen   spüren.

Es ist wirklich faszinierend, dass ich durch Zufall auf dieser Farm gelandet bin und nun einfach so in einer Cessna fliegen durfte.

Wenn die Vögel über dem Wasser sind, gehen Hal und ich Angeln....

Viele Grüße,

Daniel. 

Zeugen Jehovas

Sonntag, 20.10.2013

Nach 2 Wochen Auckland, habe ich heute meine WWOOFing Reise durch Neuseeland gestartet und bin angenehme 2 Stunden nach Thames (Coromandel) gefahren.

Ich muss sagen, dass mir die vergangenen 14 Tage letztendlich zu schnell umgingen. Freitag wurde die Zeit im Sprachkurs mit einem BBQ am Strand beendet (erster leichter Sonnenbrand), Samstag mittag ging es ein letztes Mal mit den Bekanntschaften aus dem Sprachkurs (4 andere Deutsche) per Faehre zum North Head

(2. Sonnenbrand) und am Abend gab es in der Hostfamily eine grosse BBQ Party, bei der ich noch nette Charaktere aus der vollkommen unuebersichtlichen Gross-Familie kennen gelernt habe. Ich habe das erste mal einen Maori begruessen duerfen (ich hasse englische Tastaturen), was schon etwas besonderes ansich hat, wie ich finde...

Heute ist dann der Tag gekommen, der die Reise ins Neue bedeuten soll. Das WWOOfing beginnt und somit das Kennenlernen neuer Persoenlichkeiten.

Und jetzt sitze hier ich am Gast-PC im B&B "Chartre Manor": http://www.chartremanor.co.nz/  

Eigentlich ist es eine Schande, dass ich gerade am Computer bin und nicht auf der Veranda sitze um den atemberaubenden Blick ueber Thames zu geniessen. Denn dieser Ort ist sowas von wunderschoen, sowas von ruhig und natuerlich. Ich koennte schon ein paar Seiten voll schreiben ueber das, was ich hier allein im "Garten" an Tieren und Pflanzen gesehen habe. Aber ich will mich kurz halten.

Jetzt zu den Leuten. Vorweg: Sie sind wie fast alle hier super nett. Und ich verstehe mich sehr gut mit ihnen.

Der Witz: Sie sind stolze, bibeltreue "Jehova Witnesses"...

Mir wurde schon ein wenig aus der Bibel vorgelesen (meine Begeisterung hielt sich oft in Grenzen). Ueber dieses Buch und ihre nicht so schoenen Stellen zu reden hat nicht sooo den Erfolg und macht auch nicht allzu viel Sinn. Aber man findet einen gemeinsamen Nenner, wenn man ueber Katholiken und den boesen Menschen redet. Also komm ich ganz gut damit klar, wenn wir uns auf das Thema "schlechte Welt" beschraenken. Hier wird sich sogar ueber den Limburger Bischof aufgeregt:)

 

Ansonsten gibt es nicht viel neues zu berichten. Morgen faengt die Arbeit an und ich denke ich werde noch viel von Thames zu sehen bekommen und viele Fotos machen.

Gruesse an Alle,

Daniel.

Eine Woche in Neuseeland.

Mittwoch, 09.10.2013

 

Vor genau einer Woche habe ich Deutschland verlassen mit dem Plan ein Land auf der anderen Seite der Welt zu bereisen und näher kennenzulernen. Ich bin nun ca. 6 Tage hier (einer ging für den Flug drauf) und lebe in einer Gastfamilie in Auckland.

Auckland hat mehr als 1 Mio. Einwohner, was mehr als ein Viertel der Gesamtbevölkerung ausmacht. Trotzdem ist die Hauptstadt weiter südlich und heißt Wellington. Ich fahre nun jeden Morgen mit dem Bus auf der linken Seite in die City, um dort eine Sprachschule für 2 Wochen zu besuchen. So kann ich mein Englisch hoffentlich verbessern und mir meine Reise durchs Land erleichtern.

Ich könnte jetzt schon über die 6 Tage, die ich hier verbracht habe eine Menge über Auckland und dessen Einwohner erzählen, da alles schon ein wenig anders ist als in Deutschland, aber dann würde ich wohl zu ausschweifend. Also belasse ich es dabei zu sagen, dass hier alles wundervoll sympathisch ist und man sich in dieser Großstadt sehr wohl fühlt. Die Einwohner hier sind alle überaus freundlich und man fühlt sich keines Wegs fremd.

Die Klasse, in der ich jetzt für 2 Wochen mein Englisch trainiere ist auch äußerst nett. Der Ländermix aus Japan, China, Korea, Brasilien, Spanien und Deutschland macht diesen Kurs schön unterhaltsam, sodass die Zeit wie im Flug vergeht.Auckland bei nacht

Gestern habe ich mir mit dem Vater der Gastfamilie (John) ein gebrauchtes Auto (Honda) gekauft, mit dem ich hoffentlich die nächsten 8-9 Monate problemlos durch Neuseeland fahren werde. Wir haben eine Testfahrt gemacht, bei der ich rechts und John links saß. Bedeutet: ich bin gefahren. Und zwar auf der linken Straßenseite. Glücklicherweise ist der Wagen ein Automatik, sodass man diese Umstellung schneller lernen kann.  So sind wir ein wenig umher gefahren, John (ein begeisterter Autobastler) hat sich ein wenig den Motor und weiteres angeguckt und letztendlich hab ich den Wagen für 1750$ (ca. 1100€) gekauft. Und außer dem Schlüssel und dem Schlüssellosch in der Tür, könnte man denken, das Auto wäre so gut wie neu und nicht 20 Jahre alt.

neues auto

Jetzt kann ich die Sache mit dem sogenannten „WWOOFing“ also intensiv angehen.

WWOOF bedeutet man arbeitet auf einer Farm (von denen es hier tausende gibt) und bekommt als Lohn etwas zu Essen und ein Bett zum Schlafen. Man arbeitet also für eine Bleibe und nicht für Geld. Mit dieser Methode habe ich vor in den nächsten Monaten so viel wie möglich von dem Land und seinen Menschen kennen zu lernen. Ich erhoffe mir auf diese Art viele unterschiedliche Menschen kennenzulernen.  Wie das mit dem WWOOFing klappt kann ich wohl erst später sagen…

Ich werde also die nächsten 1 ½ Wochen den Sprachkurs in der City besuchen, Farmer anrufen um zu fragen ob ich dort helfen kann und dann abends mit John, Sharon und ihren 7 Kindern zu Abendessen.

Das war es fürs erste aus einem jetzt schon wundervollen Neuseeland.

Viele Grüße,

Daniel.

Bald geht es los

Mittwoch, 25.09.2013

Dies ist der erste Eintrag in meinem neuen Blog. In Zukunft werde ich hier über meine Erlebnisse im Ausland berichten.